Hinrundenfinale am Samstag Mit diesem besonderen Ziel fährt Fortuna nach Magdeburg

Düsseldorf · Vor dem Spiel in Magdeburg plagen Fortunas Trainer erneut Personalsorgen.

 Trainer Daniel Thioune beim Pokalsieg in Magdeburg.

Trainer Daniel Thioune beim Pokalsieg in Magdeburg.

Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Daniel Thioune ist einer, der in Blöcken denkt. Nicht in Häuserblöcken allerdings und schon gar nicht in denen, in die sich die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg politisch aufgeteilt hatte – Fortunas Trainer geht es um die Zeitabschnitte, in die sich eine Fußballsaison splittet. Und ein Block ist dabei immer die Phase zwischen zwei Länderspielpausen beziehungweise jene, die vom Saisonstart bis zum ersten internationalen „Break“ geht sowie jene, die sich an das letzte anschließt.

Die Hinrunde der laufenden Spielzeit besteht demnach aus vier Blöcken – und daraus definiert Thioune sein erklärtes Ziel für das letzte Pflichtspiel des Jahres. „Wenn wir am Samstag beim 1. FC Magdeburg gewinnen“, so der Trainer, „dann wäre der vierte Block unser bester der Hinrunde.“

Natürlich wäre ein Erfolg in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt noch aus einigen anderen Gründen sehr wichtig. Zunächst einmal ganz banal deswegen, um den Anschluss an die Tabellenspitze zu halten. Zudem hat Fortuna soeben erst das Heimspiel gegen Kiel verloren, und mit zwei Pleiten in Folge in die Winterpause zu gehen, würde die Stimmung unterm Weihnachtsbaum und womöglich noch im Trainingslager in Marbella (ab 2. Januar) schon erheblich trüben.

Thioune ist in diesem Punkt freilich weniger dramatisch unterwegs. „Sicher macht es mehr Spaß, mit einem Erfolgserlebnis abzuschließen“, sagt er, „aber letztlich bedeutet es auch nicht viel. Wir zum Beispiel sind letzte Saison mit einem maximal negativen Gefühl in die Pause gegangen, haben in der sechsten Minute der Nachspielzeit gegen Lautern verloren. Dafür sind die anderen, die einen gelungenen Abschluss hatten, nicht besser aus der Pause gekommen als wir.“

Im Moment beschäftigen den 49-Jährigen ohnehin die Gedanken rund um sein Personal mehr als alle psychologischen Modelle. Hintergrund sind der fiebrige Infekt, der Isak Johannesson aufs Lager geworfen hat, und die muskulären Probleme, die sich Nicolas Gavory im Mittwochtraining eingefangen hat. „Nico musste die Einheit abbrechen und war auch am Donnerstag nicht dabei“, berichtet Thioune. „Isak konnte an beiden Tagen nicht trainieren. Das wird zeitlich sehr eng für Magdeburg, besonders bei Isak.“

Seine Hoffnung bei Gavory ist ein wenig größer, und dessen Ausfall wäre wohl auch noch schwieriger zu kompensieren als der des Isländers. Emmanuel Iyoha, standardmäßiger Vertreter des Franzosen auf der Linksverteidiger-Position, fehlt schließlich ebenfalls. Da wäre schon Improvisation vonnöten, während für Johannesson immerhin Shinta Appelkamp wieder parat stünde. Allerdings war es der Isländer, der vorige Woche beim 2:1-Pokalerfolg an gleicher Stätte mit zwei prächtigen Vorlagen nach seiner Einwechslung die Wende herbeiführte. Doch auch das will Thioune nicht zu hoch hängen: „Man kann jetzt den einen Raum betreten und sich ärgern, dass Isak wohl nicht dabei ist. Oder man nimmt den anderen und freut sich, dass Jona Niemiec als Doppeltorschütze des Pokalspiels mitspielen kann. Ich nehme lieber den Jona-Raum.“

Kann man so machen.

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