Mit einem 4:0 gegen Mainz hat Borussia Mönchengladbach den Auswärts-Coup bei Rekordmeister Bayern München veredeln können.

Momente des Spiels : Hecking vor allem mit der zweiten Halbzeit zufrieden

Mit einem 4:0 gegen Mainz hat Borussia Mönchengladbach den Auswärts-Coup bei Rekordmeister Bayern München veredeln können.

In der Fußball-Bundesliga hat Borussia Mönchengladbach den Auswärts-Coup bei Rekordmeister Bayern München veredeln können. Die Elf vom Niederrhein setzte sich nun im heimischen Borussia-Park mit 4:0 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 durch und stürmte somit auf Platz zwei in der Tabelle. Erfolgsgarant für den souveränen Erfolg des VfL war Offensivspieler Jonas Hofmann, der erstmals in seiner Profi-Karriere einen Dreierpack als Torschütze schnüren konnte. Den weiteren Gladbacher Treffer erzielte Thorgan Hazard.

Der Moment des Spiels: „Deutscher Meister wird nur der VfL!“ – berauscht von der vorgetragenen Offensivwucht der Fohlen lassen Mitte der zweiten Halbzeit tausende Fohlen-Fans ihrer Freude über den aktuellen Höhenflug der Gladbacher ungehemmt freien Lauf und singen dabei auch Lieder, die vor allem in den 1970er-Jahren im Borussen-Stadion zu hören waren. Borussia ein Meisterschafts-Kandidat? Eine Momentaufnahme zumindest, welche die Anhänger offenkundig nur zu gerne ausgiebig genossen haben.

Der Spieler des Spiels: Drei auf einen Streich – so etwas ist Jonas Hofmann als Fußball-Profi noch nie gelungen. Beim Triumph gegen Mainz schoss das Fohlen gleich drei Mal den Ball ins gegnerische Tor, avancierte damit zum Matchwinner und war natürlich in aller Munde. Zweieinhalb Jahre lang hatte der Ex-Dortmunder gar nicht im Fohlen-Trikot in der Liga getroffen, konnte dann zum Saisonstart per Strafstoß gegen Leverkusen diese dunkle Serie beenden. Gegen Mainz folgte die ganz große Tor-Befreiung. Hofmann: „Ein super Gefühl. Unbeschreiblich. Ich bin überglücklich. Dreierpack - das wird wahrscheinlich nicht mehr so oft vorkommen in meiner Karriere. Die Tore sind auch super herausgespielt worden, das war ich nicht alleine, danke an die Mannschaft.“

Aufreger des Spiels: War das Elfmeter? In der Schlussphase ging der eingewechselte Zakaria im Mainzer Strafraum bei einem Zweikampf zu Boden, blieb einige Zeit dort liegen und musste schließlich behandelt werden. Einen Strafstoß-Pfiff des Unparteiischen Sören Storks hatte es jedoch nicht gegeben. Die TV-Bilder zeigten: Keine klare Fehlentscheidung von Storks, Zakaria hatte seinen Mainzer Gegenspieler auch berührt, der Videoassistent griff nicht ein. Vertretbare Entscheidung des Schiedsrichter-Teams.

Chronik des Spiels: Borussia verpasste zunächst einen Traumstart, bereits nach wenigen Augenblicken stand Plea nach einer Ecke frei, schlug jedoch ein Luftloch, anstatt bei seinem Schussversuch die Kugel zu treffen. Rächte sich beinahe, weil auf der Gegenseite Elvedi einen verunglückten Pass vor das eigene Tore spielte, doch der Mainzer Mateta nutzte das Geschenk nicht, schoss am Gladbacher Gehäuse vorbei.

Im Anschluss übernahmen die Fohlen wieder das Geschehen, schalteten einen Gang höher, prompt zappelte das Spielgerät im Mainzer tor. Stindl auf Hazard, Pass in die Schnittstelle, Hofmann übernahm, Abschluss, 1:0. Der Auftakt zur Torgala des 26-Jährigen. Kurz vor der Pause verhinderte zunächst Schlussmann Müller, das Hofmann gleich noch einmal traf.

Wenige Minuten nach der Halbzeit war es dann aber soweit: Wieder Stindl auf Hazard, der legte perfekt ab, Hofmann vollendete, 2:0. Die Gäste in der Schockstarre, was Gladbach eiskalt ausnutzte. Hochgeschwindigkeits-Angriff, Plea bediente messerscharf Hazard, Schuss, 3:0. Der Borussia-Park bebte und tobte. Auf dem Rasen dominierte weiter Borussia. Aggressive Balleroberung, Neuhaus schickte per Steilpass Hofmann, der kurvte Müller aus und schob den Ball zum 4:0 ins leere Tor. Mainz war besiegt.

Die Trainer-Stimmen

Dieter Hecking (Borussia Mönchengladbach): „Wir sind sehr froh, dass wir das Spiel gegen einen unangenehmen Gegner gewonnen haben. Es sah sehr gut aus, wie wir gespielt haben, es war aber auch ein hartes Stück Arbeit. Wir wussten, dass die Mainzer defensiv gut organisiert sind und Geduld von Nöten war, um Räume zu finden. Zu Beginn haben wir es in Ansätzen gut gemacht, hatten aber in der ersten Halbzeit nicht das Tempo drin im Spiel, was man braucht, um die Mainzer in Unruhe zu bringen. Mit Beginn der zweiten Hälfte sind wir dann gut in die Balleroberungen gekommen. Die drei Tore nach der Pause waren dann klasse herausgespielt. Das war schön anzusehen. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Für mich sind dabei gerade die wichtig, die dieses Mal nicht gespielt haben, die nicht im Kader waren. Denn diese Spieler halten die Qualität im Training sehr hoch und sorgen dafür, dass sich jeder strecken muss, um zu spielen.“

Sandro Schwarz (Mainz 05): „Gladbach ist sehr gut in das Spiel reingekommen und hätte mit der ersten Standardsituation gleich in Führung gehen können. In der Folge sind wir auch gut ins Spiel reingekommen. Wir hatten dann einen guten Zugriff auf den Ball, unser Anlaufverhalten war gut und wir haben den einen oder anderen guten Angriff gestartet und die Möglichkeit, selbst in Führung zu gehen. In unserer besten Phase, in der wir eigentlich die Kontrolle hatten, hat Borussia aus einem sehr guten Spielzug heraus das 1:0 gemacht. In der Pause hatten wir uns viel für die zweite Halbzeit vorgenommen, nach 15 oder 20 Minuten war das Spiel dann aber gelaufen. Wir hatten viele einfache Ballverluste und Gladbach hat die Räume genutzt. Die Niederlage ist sehr ärgerlich.“

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