Bundesliga: Gladbach gegen Mainz - der Moment des Spiels

Bundesliga : Gladbach gegen Mainz - der Moment des Spiels

Borussia Mönchengladbach ist am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga nicht über ein torloses Remis (0:0) bei Abstiegskandidat Mainz hinausgekommen. Dennoch gab es spannende Momente - die Partie in der Analyse.

Mainz. Für die Elf vom Niederrhein sind damit auf Rang neun liegend die Chancen auf eine Teilnahme am internationalen Geschäft wohl nur noch theoretischer Natur. Der Rückstand auf den Tabellensiebten Hoffenheim beträgt bereits fünf Punkte. Den Mainzern hilft das Unentschieden im Existenzkampf auch nicht wirklich weiter, sie stecken weiter auf Rang 16 fest.

Es läuft die 66. Spielminute, als Gladbachs Schlussmann Yann Sommer eine Weltklasse-Tat gelingt. Der Schweizer wehrt aus allerkürzester Distanz mit einem tollen Reflex einen wuchtigen Kopfball des Mainzers Hack zunächst ab, um dann noch einmal gedankenschnell zu reagieren, als er den Abpraller auf der Torlinie packen und so einen sicheren Treffer verhindern kann. Die Stadion-Regie spielt derweil per Stadionboxen schon die Mainzer Torhymne an — schaltet dann aber ganz schnell die Musik wieder aus. Denn Sommer hatte das vermeintlich Unmögliche möglich gemacht.

Der heißt Yann Sommer. Borussias Schlussmann ist aus Gladbacher Sicht der einzige Profi, der in Mainz internationale Klasse auf den Platz bringen kann. Allein wegen seiner tollen Rettungstat. Trainer Dieter Hecking sagt über Sommers Auftritt: „Wir können uns bei Yann Sommer bedanken, dass die Null stehengeblieben ist.“

Kurz vor der Pause ereignet sich dieser im Mainzer Strafraum. Gbamin geht ohne den Ball zu treffen gegen Gladbachs Stindl, der nachsetzen und schießen will, so in den Zweikampf, dass der Nationalspieler zu Fall kommt. Fakt ist: Den Borussen wird so eine klare Torchance genommen. Schiedsrichter Gräfe pfeift aber nicht — unterstellt Stindl sogar eine Schwalbe. Die TV-Bilder beweisen jedoch: Freiwillig ist Stindl auf jeden Fall nicht gefallen.

Borussia geht mit drei Rückkehrern in Spiel. Raffael, Kramer und Vestergaard können nach ihren Verletzungen in Mainz auflaufen. Besser in Sachen Durchschlagskraft macht das die Fohlen-Elf allerdings nicht. Trotz Raffael. Der Brasilianer hat im ersten Durchgang zwar noch die beste Chance, sein Schuss rauscht jedoch knapp am langen Pfosten vorbei. Ansonsten ist vom 33-Jährigen allerdings wenig zu sehen. Und Mainz? Agiert zunächst noch harmloser vorne — und hat Glück, dass die Rettungstat von Gbamin gegen Stindl nicht mit Strafstoß bestraft wird.

Nach der Pause erwacht bei den Mainzer plötzlich das Offensivspiel. Nach einer Hereingabe köpft Hack wuchtig, doch Fohlen-Schlussmann Sommer wehrt stark ab. Eine Weltklasse-Tat des Schweizers. Auf der anderen Seite hart kurz vor Schluss Borussia die ganz große Chance zum Sieg, als Drmic nach einem Mainz-Rückpass-Bock (Ujah) den Last-Minute-Punch setzen kann, jedoch den Ball nicht am herausgeeilten Mainzer Torhüter Adler vorbeibekommt. Dann ist Schluss. Drmic: „Sensationell gemacht von Adler. Kompliment. Er hat auch riesiges Glück gehabt, ich hatte das ganze Feld vor mir. Ich bin wegen dieser Situation auch sprachlos. Wir können nicht zufrieden sein mit dem einen Punkt. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt.“ Gladbach kann Europa wohl abhaken.

Dieter Hecking (Borussia Mönchengladbach): „Unter dem Strich war es ein gerechtes Unentschieden. Es war das erwartete Kampfspiel. In der ersten Halbzeit haben wir es sehr gut angenommen, haben das Geschehen kontrolliert und haben zwei gute Konterchancen leider nicht zum Abschluss gebracht. Nach der Pause war Mainz am Drücker und hat uns das Leben schwerer gemacht. Zum Ende hin haben wir die Partie wieder mehr in den Griff bekommen - und hätten sie gewinnen müssen. Das Ergebnis ist zu wenig für Europa. Es hat uns die Zielstrebigkeit gefehlt. Das zieht sich bei uns durch die gesamte Saison.“

Sandro Schwarz (Mainz 05): „Wir hatten einen Heimsieg als klares Ziel für unseren Neustart ausgerufen. Das ist uns leider nicht gelungen, doch am Ende steht jetzt die Leistung. Wir waren von Beginn an sehr gut im Spiel, haben vorwärts verteidigt und mutig attackiert. Nach Balleroberungen hat uns die Ruhe gefehlt. Unsere beste Phase hatten wir in den 15, 20 Minuten nach der Halbzeitpause. Mit dem nötigen Quäntchen Glück hätten wir da in Führung gehen können. Am Schluss war es ein offener Schlagabtausch ohne Mittelfeldspiel. Am Ende ist das aus meiner Sicht ein leistungsgerechtes Unentschieden.“

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