Fusionsgespräche von Deutscher Bank und Commerzbank offenbar gescheitert

Geldhäuser : Fusionsgespräche von Deutscher Bank und Commerzbank offenbar vor dem Aus

Deutsche Bank und Commerzbank sollen vor dem Abbruch der Fusionsgespräche stehen. Eine endgültige Entscheidung soll aber noch nicht gefallen sein.

Die mögliche Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank ist wohl gescheitert. Unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters hatte mit Bezug auf einen Insider berichtet, dass die seit Mitte März laufenden Verhandlungen über eine Fusion wohl vor dem Scheitern stünden. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Das „Wall Street Journal“ hatte zudem berichtet, dass die Gespräche festgefahren seien. Es hake derzeit an vielen Punkten, die von fehlender Unterstützung wichtiger Investoren bis zum Widerstand der Arbeitnehmer reichten, berichtete die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Beide Parteien seien deshalb weit davon entfernt, eine Fusionsvereinbarung zu unterzeichnen.

Formal darüber entschieden sei noch nicht. Deutsche Bank und Commerzbank kommentierten dies nicht. Die beiden Institute hatten Mitte März erklärt, Sondierungsgespräche über einen möglichen Zusammenschluss zu führen. Gewerkschaften und Finanzexperten äußerten sich ablehnend. Die Arbeitnehmervertreter fürchten Stellenstreichungen. Finanzwissenschaftler warnen vor einer Bank, die wegen ihrer Größe nicht pleite gehen darf, aber gleichzeitig zu viele offene Baustellen hat, um erfolgreich arbeiten zu können.

Die Aktien der Deutschen Bank sind nach den Berichten über ein mögliches Scheitern der Fusionsgespräche mit der Commerzbank gestiegen. Die Aktie des größten deutschen Geldhauses, das bei einer Fusion der Käufer gewesen wäre, legte am Donnerstag um 0,8 Prozent zu und dämmte damit die Verluste der Vortage ein. Anders sah es bei der Commerzbank aus: Die Papiere der teilverstaatlichten Bank, die im Falle eines Zusammenschlusses von der Deutschen Bank übernommen werden würde, gaben rund eineinhalb Prozent nach und bauten damit die Verluste der Vortage aus.

(AFP/dpa)
Mehr von Westdeutsche Zeitung