Geplatzte Träume

Beermann, Luczak, Yilmaz bleiben daheim.

Wuppertal. In den Urlaub fahren, das wird Janine Beermann nicht, obwohl die Sommerferien für sie als Lehrerin dafür „die“ übliche Zeit sind. „Das war ein bisschen kurzfrist, ich hatte ja andere Pläne“, sagt die Wuppertalerin, und immer noch klingt tiefe Enttäuschung durch.

Die 28 Jahre alte 134-fache Hockeyspielerin hatte fest auf die Teilnahme in London gebaut. Es wären ihre zweiten Spiele nach Peking 2008 gewesen. Eigentlich schien sie gesetzt, doch es folgten mehrere verletzungsbedingte Pause in diesem Jahr. Obwohl Beermann beim vorolympischen Turnier im 22er-Kader stand, strich Bundestrainer Michael Behrmann sie aus dem Olympiaaufgebot. Über seine Begründung — „Janine ist nicht mehr rechtzeitig fit geworden“ — kann Beermann nur bitter lächeln: „Das ist seine Sicht, für mich fühlte sich das anderes an.“

Ob sie sich Spiele der deutschen Hockey-Damen im Fernsehen anschaut, will sie „nach Gefühlslage“ entscheiden. Gefreut hat es sie allerdings, dass ihre Nationalmannschaftskollegin Natascha Keller als deutsche Fahnenträgerin für die heutige Eröffnungsfeier auserkoren wurde: „Sie hat es verdient, und es ist eine schöne Auszeichnung für den Hockeysport.“

Hoffnungen auf eine Olympia-Teilnahme durften sich vorab auch die beiden Boxerinnen Olivia Luczak (BSU Wuppertal) und Pinar Yilmaz (ASV Wuppertal) machen, da Frauenboxen erstmals olympisch ist und beide mehrfache nationale Meisterinnen sind. Beide scheiterten allerdings bereits in ihrer nationalen Ausscheidung für die WM, die Qualifikations-Wettkampf für London gewesen ist. Dass ihre national siegreichen Rivalinnen sich dann auch nicht für London qualifizieren konnten, ist für beide nur ein schwacher Trost.

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