Zugabe bei den Paralympics

Tanja Gröpper und Jochen Wollmert aussichtsreich.

Wuppertal. Für Tanja Gröpper beginnen „ihre“ Spiele in London nicht am Freitag, sondern fast genau einen Monat später. Die 36 Jahre alte Düsseldorferin, die seit einem Jahr für die VSG Wuppertal schwimmt, macht sich bei den Paralympics im Schwimmen Medaillenhoffnungen.

Ihren Ehrgeiz teil sie mit ihrem Trainer Horst Danzeglocke. Der ehemalige Deutsche Meister für die Wasserfreunde Wuppertal und Landestrainer des Behindertensportverbandes NRW lotste sie vor einem Jahr nach Wuppertal. Normalerweise absolviert sie dort mit ihm zweimal wöchentlich Trainingseinheiten. In der Vorbereitung auf London war sie aber zuletzt fast täglich im Leistungszentrum.

Seit einem Unfall vor acht Jahren ist Gröpper querschnittsgelähmt, schwimmt erst seit vier Jahren leistungsorientiert und ist rasch in die Weltspitze vorgestoßen. Die Vizeeuropameisterin über 50 Meter Freistil in der Klasse S 6 (Querschnittsgelähmte und Kleinwüchsige) hat sowohl über 50 als auch über 100, 200 und 400 Meter die Normzeit für London erfüllt. Sie will auf allen Strecken an den Start gehen. „Sie ist derzeit so schnell wie noch nie“, freut sich ihr Trainer. Den Nachweis erbrachte sie erst kürzlich bei den internationalen Deutschen Meisterschaften in Berlin, wo sie über 200 Meter die gesamte Weltelite besiegt, über 50 Meter Zweite und über 100 Dritte wurde, sämtlich mit persönlichen Bestzeiten. Derzeit ist sie mit dem Nationalteam im Trainingslager, ehe sie sich bei ihrem Heimtrainer in Wuppertal den letzten Schliff holen will.

Nach Süddeutschland ist der gebürtige Wuppertaler Jochen Wollmert (48) gezogen. Dort wird er in der kommenden Saison für den TV Mosbach an der Tischtennisplatte stehen. In London nimmt er zum sechsten Mal an Paralympics teil, seit Barcelona ist er dabei. Der zweifache Goldmedaillengewinner will seinen Sieg von Peking wiederholen.

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