Elf mal elf — Bürgerwehr feiert das jeckste aller Jubiläen

Elf mal elf — Bürgerwehr feiert das jeckste aller Jubiläen

1892 wurde der Verein gegründet — er überstand zwei Kriege. Jetzt wurde beim Neujahrs-Empfang gefeiert.

Düsseldorf. Elf mal elf Jahre — für Narren das ganz große Jubiläum. Das feierte am Samstag die Düsseldorfer Bürgerwehr im Haus Gantenberg mit vielen Gästen, angeführt von CC-Präsident Josef Hinkel, und einigen Überraschungen.

So hatte Stefan Kleinehr, der Präsident des AVDK, ein besonderes Geschenk mitgebracht — die Gruppe Kuhl und die Gang, die mächtig für Stimmung sorgte. Riesenapplaus gab es auch für den singenden Wirt Heinz Hülshoff sowie für „Eigengewächs“ Rudi Libertus, der schon seit 60 Jahren im Verein ist und zum Finale ins Mikrofon schmetterte.

Die Wurzeln der Bürgerwehr reichen bis ins Jahr 1848 zurück. Damals gab es in Düsseldorf vier politische Vereine, die allerdings unterschiedliche Richtungen verfolgten. Kaufmann Lorenz Cantador, der den demokratischen Verein leitete, gründete in dem Jahr die Düsseldorfer Bürgerwehr „zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung“. Den Namen griffen Karnevalisten 1892 auf, die sich in der Gaststätte Krall an der Krämerstraße zusammengefunden hatten.

Robert Krall war Zeremonienmeister beim AVDK, dem ältesten Karnevalsverein der Landeshauptstadt. Und nachdem man lange unter dessen Dach mitgefeiert hatte, entstand die Idee, einen eigenen Verein zu gründen. Die traditionelle Uniform der alten Bürgerwehr wurde zusammen mit dem Namen übernommen.

Viele andere Vereine überstanden die beiden Weltkriege nicht. Bei der Bürgerwehr fanden sich jedoch immer wieder Narren, die dem Korps wieder auf die Beine halfen. Wie Wilhelm-Franz Schmitz, genannt Schmitz-Backes, der dafür sorgte, dass schon 1947 wieder die erste Sitzung im „Café Bestgen“ stattfand.

Heute gehört die Düsseldorfer Bürgerwehr mit 180 Mitgliedern zu den großen Vereinen. Nachwuchsarbeit hat lange Tradition, die Kinder-Bürgerwehr wurde bereits 1929 gegründet und hat immerhin 30 aktive Mitglieder. Längst Tradition geworden ist die Mannesmann-Sitzung, die seit 1952 zusammen mit dem Betriebsrat des Unternehmens veranstaltet wird.

Eine Institution geworden ist auch der Taxi-Ball, den die Bürgerwehr im Zwei-Jahres-Turnus zusammen mit der Taxi-Innung organisiert. Der findet traditionell am Wochenende nach dem Sessionsende statt. Schon seit der Premiere steht Büttenredner Winfried Ketzer dabei als „Taxi-Maxe“ in der Bütt. Gefeiert wurde am Samstag bis in den frühen Morgen. Einziger kleiner Wermutstropfen: Kein offizieller Vertreter der Stadt ließ sich bei dem großen Jubiläum sehen.

Weiter geht die Jubiläums-Session bereits am 19. Januar mit der Sitzung der Mannesmänner in der Veranstaltungshalle an der Siegburger Straße, die um 19 Uhr beginnt. Höhepunkt ist auch diesmal die Verleihung des Rohrknotens — wer den Preis bekommt, ist bis zum Schluss ein wohlgehütetes Geheimnis. Nach dem Programm spielt die Band No Limit noch zum Tanz auf. Die Eintrittskarten kosten 18 beziehungsweise 20 Euro.

Die große Sitzung der Bürgerwehr steigt am 25. Januar ab 20.11 Uhr in der Rheinterrasse (siehe Info-Kasten), zu auch einige Spitzenkräfte des Kölner Karnevals erwartet werden.

Die kleinen Narren kommen beim Kinder-Karneval der Bürgerwehr auf ihre Kosten, der am 27. Januar im Haus Gantenberg am Professor-Dessauer-Weg stattfindet. Dort kostet der Eintritt sieben Euro.

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