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IW-Studie: Knapp fünf Minuten Arbeit für ein Speiseeis

Inflation : IW-Studie: Knapp fünf Minuten Arbeit für ein Speiseeis

Auch im Juli überschritt die Inflation die Marke von 7 Prozent. Doch nicht alle Produkte haben sich gleich stark verteuert. Der Preis für Speiseeis etwa blieb vergleichsweise stabil. Wie lange braucht es, um die Kosten hierfür zu erwirtschaften?

Erst die Arbeit, dann die Abkühlung: Für ein 1,70 Euro teures Speiseeis müssen die Deutschen im Schnitt 4 Minuten und 57 Sekunden lang arbeiten. Das ergaben Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Um sich ein 2,50 Euro teures, industriell gefertigtes Eis leisten zu können, müssen die Menschen dieses Jahr demnach sogar 7 Minuten und 17 Sekunden auf der Arbeit verbringen.

„Im Vergleich zu anderen Produkten bleibt der Eispreis recht stabil“, teilt das IW mit. Das Institut hat auf Grundlage der Teuerung und der Verdienstentwicklung Berechnungen angestellt, inwieweit sich der Arbeitsaufwand der Menschen im Laufe der Jahre verändert, um sich bestimmte Dienstleistungen und Waren leisten zu können. Am Beispiel der Speiseeissorten, bei denen die Preise zum Teil seit zwei Jahren nicht mehr gestiegen seien, gelte laut IW: „Das Eis am Stiel trotzt der Inflation - es gibt sogar mehr für die gleiche Arbeitszeit.“

Inflation im Juli bei bei 7,5 Prozent

Die Inflation in Deutschland hält sich trotz eines weiteren leichten Rückgangs hartnäckig über der Marke von 7 Prozent. 9-Euro-Ticket und Tankrabatt dämpften den Preisauftrieb im Juli den zweiten Monat in Folge. Zudem müssen Stromkunden seit Monatsbeginn die Förderung des Ökostroms nicht mehr über die Stromrechnung zahlen (EEG-Umlage). Die Jahresteuerungsrate lag im Juli bei 7,5 Prozent. Das Statistische Bundesamt bestätigte am Mittwoch damit eine erste Schätzung. Im Juni waren die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat noch um 7,6 Prozent gestiegen, im Mai um 7,9 Prozent.

Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, weil sich diese für einen Euro weniger leisten können. Vor allem Preissprünge bei Energie infolge des Ukraine-Krieges und steigende Lebensmittelpreise heizen die Inflation in Europas größter Volkswirtschaft seit geraumer Zeit an.

Im Juli kostetet Energie insgesamt 35,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Strom verteuerte sich um 18,1 Prozent. Die Abschaffung der EEG-Umlage dämpfte den Anstieg den Angaben zufolge. Der Besuch an der Tankstelle kostetet 23 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Seit Einführung des Tankrabatts schwächte sich der Preisauftrieb demnach ab. Leichtes Heizöl war mehr als doppelt so teuer als ein Jahr zuvor (plus 102,6 Prozent). Erdgas kostete 75,1 Prozent mehr.

© dpa-infocom, dpa:220810-99-336971/4

(dpa)