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Wuppertal: Alte Brücke soll zu einer Bank an der Nordbahntrasse werden

Aktion : Alte Brücke soll zu einer Bank an der Nordbahntrasse werden

Freiwillige haben am Wochenende Stahlträger vom Rost befreit.

Fleißiges Hämmern begleitete  am Samstagmorgen das Frühstück der Anwohner der August Mittelsten Scheid-, der Goldammer- und der Taubenstraße. Gehämmert, geklopft, gebürstet und am Ende gestrichen wurde ein rund zwölf Meter langes Metallgebilde, das einmal als Fußgängerbrücke über die alte Bahnstrecke diente, die heute als Nordbahntrasse  über 23 Kilometer die Wuppertaler Stadtteile miteinander verbindet.

Das wuchtige Monstrum lagerte schon einige Jahre abgezäunt auf dem Sedansberg neben der Lauf- und Radfahrstrecke,   zwischenzeitlich von allerlei dornigem  Gestrüpp überwuchert, das Ende Februar im Rahmen des Trassen-Putztages freigeschnitten worden war.

Nun ging es darum, den fingerdicken Rost zu entfernen und das  Metall mit einer Rostschutzfarbe zu versehen. „Daraus soll einmal eine Sitzgelegenheit werden“, so Carsten Gerhardt, der Vorsitzende der Wuppertal Bewegung, die auf ihrer Homepage einen Aufruf zur tätigen Mithilfe bei der alles andere als leichten und angenehmen Arbeit  gestartet hatte.

„Ein Aufruf in unserem Newsletter hatte genügt“, so Gerhardt, der die Hilfsbereitschaft in die richtigen, weil coronagerechten Bahnen leiten musste, denn es sollten auch die nötigen Abstände gewahrt bleiben. So verteilten sich auf beiden Seiten der ehemaligen Fußgängerbrücke innen und außen zunächst zehn ehrenamtliche Helfer. Versehen mit Mundschutz, der nicht nur die eigenen, angesichts der Anstrengung reichlich ausgestoßenen Aerosole filterte, sondern auch die freiwerdenden Rost- und Staubpartikel.

Arbeitshandschuhe, Hämmer, Drahtbürsten und Spatel wurden verteilt, sodass es um 10 Uhr pünktlich losgehen konnte. Interessiert beobachtet von sportlichen  Joggern, Radlern, Skatern und Wanderern, von denen einige spontan ihre Hilfe anboten, was jedoch dankend abgelehnt wurde. Denn nur wer sich schriftlich per Internet angemeldet hatte, durfte mitmachen.

Aber Carsten Gerhardt, der selbst kräftig mit anpackte,  hatte offensichtlich die richtige Truppe um sich versammelt, denn nach den ersten anderthalb Stunden war der Rost den hartnäckigen Attacken der Helferinnen und Helfer gewichen, und die Pinsel konnten verteilt werden und das Auftragen des Rostschutzmittels beginnen. Das ging der zweiten Schicht ebenso flott von der Hand wie das Entfernen des Rostes durch die Vorgänger, und eine Viertelstunde vor dem angepeilten Ende der Arbeiten war die einstige Brücke  mit der stark riechenden Tinktur eingepinselt.

„Der Kanister mit dem Rostschutzmittel hat auch ausgereicht“, wurde zufrieden festgestellt. Um den mächtigen Stahlträger seinem Zweck als Sitzgelegenheit übergeben zu können, muss der Untergrund am Rande der Trasse zunächst einmal gepflastert werden. „Dann kommen Sitzflächen aus Holz darauf“, verkündet Gerhardt. Doch das ist erst einmal Zukunftsmusik.

„Das geschieht zu einem späteren, noch nicht bestimmten  Zeitpunkt. Wichtig war, dass der Rost entfernt worden ist.“

Auf eine stärkende Belohnung für die entrostende und schützende Tätigkeit am Samstagmorgen mussten die fleißigen Freiwilligen allerdings verzichten. „Corona erlaubt leider keinen fröhlichen Umtrunk oder einen gemeinsamen Imbiss“, bedauerte der Trassenchef. Da gilt diesmal das alte Sprichwort: „Die gute Tat trägt ihren Lohn in sich.“