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Smileys sollen Raser an der Sonnborner Straße bremsen

Geschwindigkeitsüberwachung : Smileys sollen Raser an der Sonnborner Straße bremsen

Die Bezirksvertretung Elberfeld-West hat ein Tempo-Messgerät gekauft. Smiley-Signale an der Sonnborner Straße sollen Raser einbremsen.

Sie sind ein praktisches Mittel gegen Raser: Messgeräte mit traurigem oder lachendem Smiley spiegeln Autofahrern direkt wider, ob sie zu schnell unterwegs sind oder sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten. Die mobilen Anzeigetafeln haben in der Regel durchaus eine positive Wirkung auf das Verkehrsgeschehen. Aufgrund hoher Kosten ist ihre Zahl in Wuppertal aber noch überschaubar.

Daher hat sich die Bezirksvertretung Elberfeld-West, wie auch andere Stadtteilgremien, dazu entschieden, selbst eine entsprechende Anzeigetafel anzuschaffen. In das Gerät wurden rund 3000 Euro aus den freien Mitteln der Bezirksvertretung investiert. Seit Donnerstag hängt es zunächst an der Sonnborner Straße. In den kommenden Wochen und Monaten soll die Anzeigetafel noch an vielen weiteren Standorten im Bezirk Elberfeld-West zum Einsatz kommen. Der Clou: Per App können die Messdaten direkt von der Politik eingesehen werden.

„Wir erhoffen uns davon Aufschluss darüber, an welchen Straßen wie oft zu schnell gefahren wird und wie weit die Geschwindigkeit überschritten wird“, sagt Bezirksvertreterin Linda Arendt von den Grünen. Dies könne dann die Grundlage für verkehrsberuhigende Maßnahmen sein. „Das Gerät soll besonders an neuralgischen Stellen, etwa vor Schulen oder Kindertagesstätten, eingesetzt werden“, erklärt Dirk Jaschinsky von der CDU Fraktion. Beide sollen demnächst mit der App ausgestattet werden und haben dann auf ihrem Handy tagesaktuell Zugang zu den Messdaten. „Das ist natürlich sehr praktisch“, so Jaschinsky.

Auch die SPD begrüßt ausdrücklich den Einsatz der neuen Technik, die den Verkehr im Bezirk ein Stück sicherer machen soll. Ihrer Auffassung nach hätte das aber ruhig schon eher passieren können. „Der Beschluss zur Anschaffung des Geräts ist jetzt zwei Jahre her, da wurde es höchste Zeit, dass es endlich auf die Straße kommt“, sagt Fraktionsmitglied Max Guder. Angesichts der erheblichen Investition sei es für ihn unverständlich, dass von der Anzeigetafel so lange kein Gebrauch gemacht wurde. Bezirksbürgermeisterin Gabriele Mahnert (Grüne) weist darauf hin, dass der Beschluss zwar bereits 2019 erfolgte, das Gerät aber erst im letzten Jahr geliefert wurde. „Dann kam Corona und im Winter machte eine Aufstellung keinen Sinn, da sich die Akkus während der Kälteperiode zu schnell entladen“, erläutert Mahnert. „Gerade die mobilen Einsatzmöglichkeiten an mehreren Stellen sind sehr sinnvoll“, sagt Polizeisprecher Stefan Weiand. Er bestätigt den psychologischen Effekt der Anzeigetafeln mit ihren deutlich sichtbaren Smileys: „Meistens wird dadurch langsamer gefahren.“