Wuppertal: Hochzeit im Treff für Alleinerziehende

Wuppertal : Hochzeit im Treff für Alleinerziehende

Swen und Regina Nowicki lernten sich in der Einrichtung kennen.

Barmen. Eine Hochzeitsfeier im Treffpunkt für Alleinerziehende - für Swen und Regina Nowicki ist das ein Muss. Denn hier in der Münzstraße hat Swen, Vater von drei Kindern, seine Ehefrau kennengelernt, die selbst Mutter von drei Kindern ist. Das ist jetzt knapp sechs Jahre her. Gestern nutzte das Brautpaar das zwischen 15 und 18 Uhr geöffnete Treffpunkt-Café für eine Extra-Feier.

Wie beim eigentlichen Hochzeitstermin am vergangenen Freitag tragen sie Anzug und weißes Brautkleid. Während sich drei Betreuerinnen vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) um die Kinderschar kümmern, die draußen auf dem hauseigenen Spielplatz tobt, setzen sich Swen und Regina mit Freunden und Bekannten an den Kaffeetisch.

„Der Treff ist uns wichtig“, sagt der Bräutigam. „Das ist ein Lebensmittelpunkt für uns“, ergänzt die Braut. Elisabeth Weber, Leiterin des Treffpunkts, kann das bestätigen: „Die beiden sind sehr engagiert.“ Gerade Swen, der bereits seit acht Jahren zum Treffpunkt kommt, biete immer wieder Hilfe an. „Er begrüßt die Neuen, er mäht den Rasen - er macht viel, damit es hier nett ist.“

Als eine große Familie seien sie fünf Jahre „durch Dick und Dünn“ gegangen, erklärt Swen Nowicki. Jetzt sei es an der Zeit gewesen, das offiziell zu machen und zu heiraten. Trotz bescheidener finanzieller Mittel unternehmen die beiden mit ihren Kindern so viel, wie sie können. Dann stehen Klettern gehen oder Ausflüge auf dem Programm - oft mit anderen Alleinerziehenden und deren Kinder. Wenn Swen und Regina Zeit für sich haben, besuchen sie Mittelalter-Festivals und schlüpfen in die passenden Klamotten. „Das macht uns Spaß.“

Um Reginas Hand hielt Swen letztes Jahr im gemeinsamen Urlaub an. „Auf dem Schiff hat er mir den Antrag gemacht“, berichtet die Braut mit strahlenden Augen. „Auf einem Katamaran vor Fuerteventura.“ dad

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