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Wuppertal: GWG-Siedlung: Frischzellenkur für das Nordparkkarree

Wuppertal : GWG-Siedlung: Frischzellenkur für das Nordparkkarree

Die ehemalige und denkmalgeschützte GWG-Siedlung wird seit rund einem halben Jahr vom neuen Besitzer saniert.

Barmen. Als Nordparkkarree kennen vermutlich nur die wenigsten die Siedlung am Klingelholl, die zwischen Bürgerallee und Nordpark liegt. Offiziell heißt sie „Wohnhof Klingelholl“ und steht unter dieser Bezeichnung auch in der Denkmalliste der Stadt. Aus den 1920er Jahren stammen die Bauten, die einstmals vom Hochbauamt der Stadt Barmen errichtet wurden, dann jahrzehntelang der städtischen Tochter Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) und seit etwa anderthalb Jahren der Baumeister-Colsman GbR gehören. Seit dem Frühjahr 2016 sanieren die Wuppertaler Investoren den Gebäudekomplex. 60 Wohneinheiten, die meisten sind zwischen 50 und 60 Quadratmeter groß, gibt es.

Wuppertal: GWG-Siedlung: Frischzellenkur für das Nordparkkarree

„Die Stadt hat das Areal bei der Investorentour 2015 angeboten. Wir haben es dann gekauft“, berichtet Senior-Geschäftsführer Hubert Baumeister. Offenbar, so vermutet der Diplom-Kaufmann, habe sich niemand an die stark heruntergekommenen Häuser herangetraut. Für die GWG habe sich die dringend notwendige Kernsanierung der denkmalgeschützten Gebäude offenbar nicht gelohnt, kann sich Baumeister vorstellen. „Etwa 24 Wohnungen waren nicht mehr bewohnbar, der Zustand war katastrophal“, erinnert er sich. Pro Wohnung investiere die Baumeister-Colsman GbR etwa 30 000 Euro — je nach Zustand mal mehr, mal weniger. Hinzu komme die Sanierung der Außenfassaden. „Manche Wohnungen hatten noch nicht einmal eine Heizung. Da ist jahrzehntelang nichts getan worden“, erzählt Hubert Baumeister. Wie viel er und seine Partner für das Objekt an die GWG gezahlt haben, will er nicht sagen. Aber er betont, dass die Siedlung verkauft worden sei, bevor die finanzielle Schieflage der GWG jüngst wieder aufgekommen ist.

Wuppertal: GWG-Siedlung: Frischzellenkur für das Nordparkkarree

Dass die neuen Investoren alle Bestandsmieter übernommen haben, findet Hubert Baumeister „selbstverständlich“. Niemand müsse seine Wohnung verlassen, damit dort renoviert werden könne. „Wir orientieren uns an den Wünschen der Bewohner“, hebt auch sein Sohn und Mit-Geschäftsführer, Michel Baumeister, hervor. Wolle jemand den aktuellen Stand beibehalten, dann sei das eben so. Dann würden die Objekte erst erneuert, wenn sie frei würden.

6,40 Euro pro Quadratmeter kostet die Miete in den modernisierten, aber dennoch dem Denkmalschutz entsprechenden Wohnungen. So gibt es wieder Sprossenfenster, und die Treppenhäuser wurden mit historischen Wandfliesen versehen. Trotz des top-sanierten Zustands und der Lage direkt am Nordpark sehen die Baumeisters das Nordparkkarree als „Objekt für Mieter mit kleinerem Portemonnaie“. Rund 6,40 Euro pro Quadratmeter entsprechen dem Mietpreisspiegel. Noch in diesem Jahr sollen alle von außen sichtbaren Baumaßnahmen beendet sein, erzählt Michel Baumeister. Die nächstgrößere stehe aktuell aber noch bevor: „Nach Ostern fangen wir mit den Außenfassaden an.“