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Wuppertal: Gemeinde baut CVJM-Jugendhaus wieder auf

Wuppertal : Gemeinde baut CVJM-Jugendhaus wieder auf

Im Juni 2015 hatte es in dem Gebäude an der Bartholomäusstraße gebrannt. Für rund 1,8 Millionen Euro wird der Treffpunkt saniert.

Wichlinghausen. Es war ein riesiger Schock für die evangelische Kirchengemeinde, den Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) und ganz viele Kinder und Jugendliche in Wichlinghausen: der Brand im Jugendhaus. Das um 1915 errichtete Gebäude an der Bartholomäusstraße war gerade energetisch ertüchtigt worden, als es im Juni 2015 dort brannte. Fast zwei Jahre hat es nun gedauert, bis alle rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Sanierung geschaffen und das durch Löschwasser schwer beschädigte Haus getrocknet war. Doch nun kann der Wiederaufbau, in dessen Realisierung bereits rund eine halbe Million Euro geflossen ist, losgehen.

In den nächsten Tagen soll ein Kran kommen, damit zunächst das Dach erneuert werden kann. Weitere 1,3 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, das Gebäude, von dem im Moment nur noch die Außenhülle steht, in den ursprünglichen Zustand zu versetzen — nur viel moderner, versteht sich.

Die Stimmung der Verantwortlichen in der Gemeinde und beim CVJM schwankt zwischen Erschöpfung und Tatendrang. „Man könnte meinen, dass in den fast zwei Jahren nichts passiert ist. Aber allein das Abtrocknen der Wände hat so lange gedauert“, sagt Matthias Spilker, Vorsitzender des CVJM Wichlinghausen.

24 Stunden hätte die Feuerwehr seinerzeit den Brand im Dachgeschoss immer wieder löschen müssen. Die großen Mengen Wasser hätten insgesamt einen größeren Schaden verursacht als das Feuer selbst. Das sei durch einen technischen Defekt — vermutlich einer Lampe — entstanden.

Was folgte, war eine Kraftanstrengung aller Beteiligten: Neue Räume für die Kinder- und Jugendarbeit mussten gefunden werden. Es galt, den Schaden mit der Versicherung zu regulieren, einen Bauantrag zu stellen und in der Folge, die hohen Anforderungen der Baubehörde zu erfüllen.

„Die Kirchengemeinde hat sich krumm gemacht, um einen zweiten Fluchtweg zu schaffen“, berichtet Matthias Spilker. „Das ging wirklich an die Grenzen“, ergänzt Pfarrer Dirk Bangert. Denn wie soll ein von allen Seiten zugebautes Gebäude einen zweiten Ausgang zum öffentlichen Verkehrsraum, sprich zur nächsten Straße, erhalten?

„Wir haben schließlich das Nachbarhaus gekauft, damit die sogenannte Baulast eingetragen werden konnte“, erklärt Baukirchmeister Joachim Volkmann. Im Vergleich zu allem anderen sei der Kauf sehr schnell — innerhalb von vier Wochen — vonstatten gegangen. „Die Immobilie hat bis 1972 sowieso schon der Gemeinde gehört. Damals ist sie verkauft und nun zurückgekauft worden“, erläutert Volkmann.

Doch der Hauskauf ist nicht die einzige finanzielle Herausforderung, die die Kirchengemeinde Wichlinghausen-Nächstebreck zu stemmen hat. „Rund 150 000 Euro müssen wir für den Wiederaufbau des Jugendhauses selbst aufbringen“, verdeutlicht Pfarrer Dirk Bangert. Zwar übernehme die Versicherung die meisten Kosten, aber dieser Teil bleibe eben doch offen. „Wir versuchen, den Betrag über Spenden zu finanzieren“, sagt Bangert.

Schon jetzt könne man über das Konto des CVJM Wichlinghausen spenden. Zudem, so hat es Matthias Spilker geplant, will der CVJM auf der von Sparkasse und WZ unterstützten Spendenplattform Gut-für-Wuppertal werben.

Wenn alles gut läuft, soll das rund 330 Quadratmeter große CVJM-Jugendhaus Ende dieses Jahres wieder bezogen werden. Bis dahin soll auch die noch vakante Stelle des Jugendleiters besetzt sein, die Matthias Spilker derzeit kommissarisch innehat. „Wir starten dann ganz neu, mit neuen Räumen und einem neuen Jugendleiter“, erklärt Spilker. Dirk Bangert ist optimistisch, dass das klappt. „Wir warten sehnsüchtig auf die Fertigstellung. Dann haben wir das modernste Jugendhaus in Wuppertal“, sagt der Pfarrer.