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1400 Unterschriften für die Schulsozialarbeit

1400 Unterschriften für die Schulsozialarbeit

Hauptschule Hügelstraße: Drohendes Aus sorgt für viel Kritik und Widerstand.

Oberbarmen. Die Hauptschule Hügelstraße ist eine der letzten Hauptschulen in Wuppertal. „Wir liegen in einem problembelasteten Umfeld“, stellt Sabine Ewich, stellvertretende Schulleiterin, fest. Vertreter der Politik, Stadt, AWO, Caritas, Vereine und betroffenen Schulen haben sich in der Schule eingefunden, um über die drohende Beendigung des Bildungs- und Teilhabungspaketes zu sprechen.

Einig ist man sich in der Auffassung, dass Sozialarbeit an den Schulen die Grundlage für einen guten Unterricht legt. Umso wichtiger ist die Arbeit von Ilka Kerschkamp: Seit Dezember 2011 ist sie an der Hauptschule beschäftigt. Als Mitarbeiterin des Wichernhauses wurde ihre Stelle über das Bildungs- und Teilhabungspaket eingerichtet. Nicht nur ihr stellt sich die Frage, wie es im kommenden Schuljahr weitergeht. Wie effektiv die Arbeit ist, wissen auch Nico (12), Dorian (11), Christian (10), Reda (12) und Ilkan (13) zu schätzen. Sie profitieren vom Konzentrationstraining, das Kerschkamp neben anderen Projekten anbietet.

„Durch das Training können wir uns jetzt besser konzentrieren und dem Unterricht folgen.“ Außerhalb ihrer regulären Unterrichtszeit nehmen sie am Training teil und sammeln Belohnungspunkte, die einen gemeinsamen Kinobesuch ermöglichen. Im Schnitt bleiben die Teilnehmer ein Halbjahr im Projekt.

Damit auf jeden Schüler eingegangen werden kann, arbeitet Kerschkamp mit maximal drei Schülern in einer Gruppe. „Doch der Bedarf ist viel größer.“

Prävention macht sich bezahlt, davon ist man nicht nur an der Hügelstraße überzeugt. Zwei Klassen mit je 25 Schülern werden im kommenden Schuljahr hier starten. „Wir Lehrkräfte sind keine Sozialpädagogen und können neben dem Unterricht diese wichtige Arbeit nicht zusätzlich leisten“, betont Ewich. Silvia Hamacher von der Caritas: „Ohne Schulsozialarbeit schaffen wir unsere Jugendprobleme selber.“ Das haben auch die Eltern erkannt: Sie sammelten etwa 1400 Unterschriften, um die Stellen für die Schulsozialarbeit zu erhalten.