Sachstand: Stadt erwartet Entgegenkommen vom Land

Sachstand : Stadt erwartet Entgegenkommen vom Land

Die Verhandlung um den Kaufpreis für die ehemalige Hochschule auf der Hardt ist zäh.

Der Schlüssel, ob es in Sachen ehemalige Pädagogische Hochschule auf der Hardt weitergeht, liege beim Land. Das machte Thomas Lehn vom Gebäudemanagement der Stadt deutlich, als er den Sachstand für die Bezirksvertretung Barmen zusammenfasste. Der Grund gehört zwar der Stadt, das Gebäude aber dem Land. Und das müsse der Stadt beim Kaufpreis noch deutlich entgegen kommen. Die Verwaltung favorisiert einen Abriss und möchte auf dem Gelände Container aufstellen. Die sollen Schulen als Übergangsquartier dienen, solange ihr eigenes Gebäude saniert wird. Hintergrund für die BV, sich über die Pläne der Stadt zu informieren, ist eine Initiative des Vereins Historische Parkanlagen. Der setzt sich dafür ein, Gebäude und umliegende Grünflächen unter Denkmalschutz zu stellen.

Kriterien für den Denkmalschutz sind wohl nicht gegeben

Das Thema Denkmalschutz spielte allerdings auf der Novembersitzung nur insofern eine Rolle, als noch einmal die Einschätzung der Unteren Denkmalbehörde angeführt wurde. Die sieht wegen der vielen baulichen Veränderungen die Kriterien für den Denkmalschutz nicht gegeben.

Dagegen, das Gebäude zu sanieren und dauerhaft als Schule einzurichten, sprechen, so Lehn, zwei Gründe. Zum einen: „Da oben braucht man keine Schule. Da gibt es keinen Einzugsbereich.“ Zum anderen die Kosten. Das Land schätze eine Sanierung auf rund 14 Millionen Euro. „Da ist lange nichts gemacht worden, weil es ja aufgegeben werden sollte. In den Wandplatten steckt Asbest. Und seit dem Starkregen, als alles vollgelaufen ist, haben wir Schimmel im Gebäude.“

Die Containerlösung wird auch von Oberbürgermeister Andreas Mucke unterstützt. Der war auf seiner Tour durch die Bezirksvertretungen in Barmen zu Gast und sagte: „Wir brauchen keine Lösung für 30 Jahre, sondern für sechs bis acht Jahre.“ Sollte es auf der Hardt zu einer Containerlösung kommen, wäre das Gymnasium Siegesstraße die erste Schule, die sie nutzen würde. Danach wäre die Else Lasker-Schüler-Schule dran. Das Dörpfeld-Gymnasium war auf der Hardt untergebracht, als das Gebäudemanagement noch Mieter dort war und etliche hunderttausend Euro investiert hatte, um das Gebäude einigermaßen betriebsfähig zu halten.

Auf die Fragen von Ilona Schäfer (Grüne) und Dirk Rummel (Linke) nach einer Gegenrechnung Sanierung - Abriss, Container sagte Lehn: „Es lohnt sich.“ Die Kosten nur allein für den Abriss schätzt er auf eine Millionen Euro. Axel Frevert (Grüne) ergänzte, dass bei einer Entscheidung auch die jeweilige Folgenutzung eine Rolle spiele. Und Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke gab Lehn noch mit auf den Weg, dass je nach Entscheidung der Stadtwerke über ihren zukünftigen Standort ja auch an der Bromberger Straße Platz für eine Containerlösung entstehen könnte. Einigkeit herrschte in der BV, dass man im Falle einer Containerlösung auf der Hardt mit den Wuppertaler Stadtwerken über eine Busanbindung sprechen sollte.

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