Projekt möchte junge Leute für MINT-Berufe interessieren

Projekt möchte junge Leute für MINT-Berufe interessieren

Das neue „Quartierslabor Wuppertaler Nordstadt“ ist gestartet. Es will Jugendlichen aus prekärem Umfeld die Berufssuche erleichtern.

Mirke. Zum Jahreswechsel ist in der Wuppertaler Nordstadt ein Modellprojekt gestartet, mit dem Jugendliche aus bildungsfernen Schichten für Berufe aus dem sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) gewonnen werden sollen. Schüler der 9. Klassen - vor allem aus dem Bereich der Haupt-, Real- und Förderschulen des Quartiers - sollen mit dem Projekt angesprochen werden, Kurse mit einem handwerklich-technischen Schwerpunkt zu besuchen und so die Chance auf eine Ausbildung in einem lokalen Betrieb zu erhöhen, sagte Projektmanagerin Petra aus dem Siepen, die das Vorhaben im Auftrag des Bergischen Schul-Technikums (BeST) betreut. Das BeST wiederum ist Teil der landesweiten Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation (zdi), mit der junge Leute für Naturwissenschaften begeistert werden sollen.

Am Donnerstagabend stellte Petra aus dem Siepen das Projekt mit dem Namen „Quartierslabor Wuppertaler Nordstadt“ beim Treffen des Forum Mirke vor. „Wir wollen junge Leute in Arbeit bringen und ihnen etwas außerhalb des üblichen Schulprogramms anbieten“, erklärte sie. Hintergrund sei, dass die bisherigen BeST-Kurse, mit denen Schüler in verschiedenen MINT-Themen weitergebildet werden, kaum auf Interesse bei den Hauptschülern gestoßen seien. „Da fehlt es oft an der familiären Unterstützung oder den finanziellen Mitteln“, betonte die Projektmanagerin.

Damit das nicht weiter so bleibt, wurde das Projekt ins Leben gerufen. Er soll die Jugendlichen direkt vor Ort ansprechen und ihnen Kurse anbieten. Erste Station für das Projekt wird die Alte Feuerwache Gathe sein, wo im April auch die ersten beiden Kurse stattfinden. Dabei sollen den jugendlichen Teilnehmern neben handwerklichen Fertigkeiten auch Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit oder Zuverlässigkeit vermittelt werden.

Das Projekt läuft bis Mitte 2020 und soll zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Neben der Qualifizierung der Jugendlichen, von denen viele aus Familien mit Migrationshintergrund stammen dürften, soll es den heimischen Handwerksunternehmen und kleinen Fertigungsbetriebe helfen, ihre Nachwuchsprobleme zu lösen. Gefördert wird das Vorhaben von der Landesregierung und der Bundesagentur für Arbeit. Unterstützt wird das Vorhaben auch etwa von der Kreishandwerkerschaft Solingen-Wuppertal und der Wirtschaftsförderung Wuppertal.

Nach Angaben von Petra aus dem Siepen gibt es rund 130 kleinere Unternehmen, Handwerksbetriebe und Werkstätten in der Nordstadt. Erste Kontakte mit ihnen seien bereits geknüpft worden, auch in den Schulen wurde schon für das Projekt geworben. Neben der Alten Feuerwache Gathe soll das Projekt ab dem Sommer eine weitere Station in der Utopiastadt beziehen. Dann könnte das Angebot nach Angaben der Projektmanagerin ausgeweitet werden. Die Teilnehmer erhalten für den Kursbesuch ein Zertifikat, zudem wird ihr Engagement mit einer positiven Erwähnung auf dem Schulzeugnis gewürdigt.

Bei der Sitzung des Forum Mirke zogen die Verantwortlichen zudem ein Zwischenfazit nach fünf Jahren Tätigkeit im Quartier. Auf einem am Boden angebrachten Zeitstrahl wurden die wichtigen Etappen und Projekte des Forums dargestellt, zudem konnten die Besucher auf Karten ihre Wünsche und Anregungen für die Entwicklung im Quartier aufschreiben und an einem Spiegel ankleben.