Parkplatz wird für 420.000 Euro ersteigert

Parkplatz wird für 420.000 Euro ersteigert

Ein Düsseldorfer Immobilienunternehmen hat die Fläche an der Luisenstraße erworben.

Luisenviertel. Großer Andrang im Wuppertaler Amtsgericht am Eiland: Schon kurz vor 10 Uhr hatten sich am Freitagmorgen die Wartenden im Altbau versammelt, und bei Beginn der Zwangsversteigerung des Grundstücks Luisenstraße/Bergstraße drängten sich fast 40 Interessierte im Saal 68 A.

Dort ging es um das zentral gelegene Gelände, genauer, den Parkplatz neben dem ehemaligen Geschäftshaus Müller. Auf dem Gelände an der Luisenstraße, zwischen den Hausnummern 30 und 40, standen einst Häuser, nach dem Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs war das Areal nicht wieder bebaut worden und diente jahrzehntelang als Stellfläche für Autos.

Pläne lagen schon einige vor: Im Jahr 2004 beispielsweise hatte es eine Bauvoranfrage durch die damalige Kapital Invest GmbH gegeben. Das Unternehmen hat seine Pläne für ein Wohn- und Geschäftshaus mit fünf Obergeschossen nie verwirklicht.

Der Versteigerungstermin war im vergangenen Jahr anberaumt worden, Hauptgläubiger ist die National-Bank in Essen. Beim gestrigen Termin gab es nicht nur großes Interesse an dem Grundstück, für das ein Verkehrswert von 250 000 Euro angegeben worden ist, sondern auch etliche Bieter.

Mit 125 000 Euro startete die Versteigerung, und die angesetzte halbe Stunde für Meldungen wurde rege genutzt: Fast 30 Gebote kamen zusammen und in den letzten Minuten der Versteigerung waren es vor allem vier der neun potenziellen Käufer, die sich gegenseitig überboten. Am Ende machte Berg Immobilien aus Düsseldorf das Rennen: Für 420 000 Euro hat die Fläche nun den Besitzer gewechselt. Man habe vor, an der Luisenstraße ein Wohnhaus zu errichten, teilten die Neu-Eigentümer anschließend im Gespräch mit der WZ mit. Voraussichtlich geplant seien Mietwohnungen, möglicherweise Gewerbe im Erdgeschoss.

Mehr Wohnbebauung für die City wünschen sich viele Elberfelder. „Der Bedarf an innerstädtischen Wohnflächen ist da“, hatte auch Thomas Kring, der für die SPD im Stadtentwicklungsausschuss sitzt, im Vorfeld der Zwangsversteigerung betont.

„Wenn das Unternehmen Berg das wahr macht, wäre es genau die Entwicklung, die ich mit gewünscht hätte“, sagt Klaus Lüdemann. Der Grünen-Politiker vom Ölberg war am Freitag interessierter Zuschauer im Amtsgericht und erstaunt über den Andrang und die vielen Gebote. „Das hat mich schon überrascht“, sagt er. Das zeige den auch in Wuppertal anhaltenden Immobilien-Boom.