Sturm: FDP kritisiert Vorgehen an Schulen

Sturm: FDP kritisiert Vorgehen an Schulen

Einige schickten Kinder nach Hause, andere nicht. Stadt sei in der Pflicht, Regelung zu treffen.

Sollte nach den eindringlichen Sturmwarnungen am Donnerstag besser die Schule ausfallen? Eine einheitliche Regelung für alle Schulen gab es dazu nicht — den Eltern war es freigestellt, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Und die Schulen konnten entscheiden, ob sie den Unterricht ausfallen lassen. In Wuppertal gab es Schulen, die Kinder nach Hause schickten, und solche, die ganz normal unterrichtet haben. Das kritisiert die FDP.

„Das hat an einigen Schulen dazu geführt, dass Schüler teils vormittags, teils mittags, also während des Sturms, nach Hause geschickt wurden“, bemängelt Karin von der Most, schulpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Rat. Das sei zum einen gefährlich, zum anderen habe das Eltern Probleme bereitet, die dann keine Betreuung für ihre Kinder hatten.

Sie ärgert sich über das „Chaos“ und erhebt den Vorwurf, der Schulträger — die Stadt — habe die Schulen „mit der Entscheidung alleine gelassen, ob und wann Unterricht stattfindet oder nicht.“ Die Stadt hätte eine Entscheidung für alle treffen sollen.

Stadtsprecherin Martina Eckermann weist das zurück. Das Schulministerium habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Schulen selbst entscheiden können.

Nach Kenntnis der Stadt haben die meisten Schulen auch weiter unterrichtet, die Jungen und Mädchen aber in den Pausen im Gebäude behalten. Nur einzelne Schulen hätten die Kinder nach Hause geschickt. Die Kitas seien angewiesen gewesen, die Kinder nach Bedarf auch länger in der Einrichtung zu behalten.

Nach WZ-Informationen hat etwa die Gesamtschule Else-Lasker-Schüler entschieden, alle nach Hause zu schicken, nachdem viele Kinder zu Hause geblieben waren. Auch das Gymnasium Bayreuther Straße beendete den Schultag gegen 10 Uhr.

Anders entschieden zum Beispiel das Johannes-Rau-Gymnasium, die Erich-Fried-Gesamtschule und die Grundschule Marienstraße. Ausschlag gab die Überlegung, dass die Kinder im Schulgebäude am sichersten sind. Eltern konnten aber, wenn sie wollten, die Kinder früher abholen.

Überfordert habe sie sich nicht gefühlt, versichert Andrea Oppermann, Leiterin der Grundschule Marienstraße. Auch bei Schnee, Glatteis oder Hitze müsse sie über Unterrichtsausfall entscheiden. Und Reinhart Herfort, Leiter der Erich-Fried-Gesamtschule, hält nichts von einheitlichen Regelungen für die ganze Stadt — das Wetter könne schließlich auf den Höhen ganz anders sein als im Tal.