„Die Beyenburger haben sich auf die Situation eingestellt“

„Die Beyenburger haben sich auf die Situation eingestellt“

Bald ein Jahr ist das dortige Bürgerbüro geschlossen. In Langerfeld läuft laut Stadt der Betrieb reibungslos.

Langerfeld. Die Stühle im Flur sind komplett besetzt, aber es herrscht kein Gedränge. Alle Wartenden im Bürgerbüro Langerfeld an der Schwelmer Straße wirken entspannt, die meisten haben bereits zuvor eine feste Uhrzeit vereinbart: „Durch die Terminvergabe wird der Betrieb hier deutlich entzerrt“, sagt Silvia Füsgen von der Stadt. Früher seien es viel mehr Leute gewesen, „die auch mal spontan“ vorbeigekommen seien. Das neue Verfahren habe sich absolut bewährt.

Groß war vor bald einem Jahr die Aufregung im Wuppertaler Osten, als es hieß, das Bürgerbüro in Beyenburg werde geschlossen — ein Reizthema, auch bei der Jahreshauptversammlung des Beyenburger Bürgervereins im vergangenen April. Der „Außenposten“ der Langerfelder Verwaltungsstelle war zuletzt nur noch an Montagen für fünf Stunden geöffnet und mit einer Kraft besetzt. Oberbürgermeister Andreas Mucke hatte seinerzeit darauf hingewiesen, dass in der Dependance lediglich 135 Fälle im Monats-Durchschnitt bearbeitet würden.

Den Beyenburgern fehlt das Bürgerbüro dennoch: „Wir bedauern die Schließung nach wie vor“, sagt Norwin Schulte-Hürmann vom Bürgerverein, der auf seiner Homepage per Abstimmung ein Meinungsbild zeigt: Danach sind mehr als 90 Prozent der Website-Besucher für eine weitere Öffnung des Bürgerbüros in Beyenburg. Norwin Schulte-Hürmann würden aktuelle Zahlen interessieren. „Die Transparenz fehlte uns damals, und sie fehlt uns auch heute.“

Bezirksbürgermeister Eberhard Hasenclever (SPD) sieht die Situation ebenfalls kritisch. „Die Schließung in Beyenburg war aus meiner Sicht nicht nötig.“ Auch hätten „saubere Gespräche“ dazu gefehlt. Hasenclever vermisst zudem „ein vernünftiges Konzept, was die Geschäftsführer angeht“. So oder so sei durch Schließung eine Lücke entstanden: „Da ist der Kontakt zu den Bürgern abgebrochen worden.“

Laut Stadt ist von Kritik nichts mehr zu hören, wie Stadtsprecherin Ulrike Schmidt-Keßler sagt: „Wir haben den Eindruck, dass sich die Beyenburger sehr gut auf die Situation eingestellt haben — eben auch, weil uns schlicht gar keine Beschwerden erreicht haben.“ Offenkundig flexibel erledigten sie ihre Termine beispielsweise in Langerfeld oder auch am Steinweg in Barmen. „Von daher sind wir sehr froh, dass es für die Menschen verträglich über die Bühne gegangen ist.“

In Langerfeld habe sich die Situation eingespielt, der Mittwoch werde gut angenommen. Auch Besucherin Francesca Palermo wirkt zufrieden — sie hatte sich zuvor online angemeldet und ist aus Elberfeld an die Schwelmer Straße gekommen: „Hier habe ich den frühesten Termin bekommen“, sagt sie. „Wuppertaler aller Stadtteile können in die Bürgerbüros kommen“, teilt die Stadt mit. Nicht nur immer mittwochs in Langerfeld. „Aktuell bleibt es so, wie es ist“, sagt Schmidt-Keßler zum Öffnungstag. Man werde die Situation aber im Auge behalten und dabei auch „überprüfen, ob sich der Tag bewährt“.

Und: Im Zuge der Digitalisierung wäre ein Ziel, dass sich die Wuppertaler künftig gar nicht mehr auf den Weg in die Bürgerbüros machen müssten, sondern ihre Anliegen ganz bequem von zu Hause aus online erledigen können.