Luisenviertel: Luisenstraße zu eng - Parkplätze fallen weg

Luisenviertel: Luisenstraße zu eng - Parkplätze fallen weg

Neue Regelung: Für eine Fahrradstraße stimmten die Abstände nicht.

Das Parken in der Luisenstraße wird teilweise neu geordnet. Denn die Fahrradstraße ist in drei Bereichen zu eng - weil parkende Autos dafür sorgen, dass die erforderlichen Durchfahrtsbreiten nicht mehr eingehalten werden. Ein Bürger hatte bereits vor Jahren die Stadt darauf hingewiesen und sogar den Petitionsausschuss des Landtages eingeschaltet. Jetzt muss die Verwaltung reagieren - und das Ergebnis schmeckt vielen Anwohnern im Quartier nicht: Es fallen Parkplätze weg. Das legt die Verwaltung in einem Bericht dar, der am Mittwoch Thema in der Bezirksvertretung Elberfeld ist.

Zukünfitg kein Schrägparken mehr hinter der Sophienkirche

Unter anderem ist das Schrägparken hinter der Sophienkirche zukünftig nicht mehr möglich. Wie es in dem Bericht heißt, sei früher dort ohnehin in Längsaufstellung geparkt worden, wie noch auf Bildern von Google Maps von 2008 zu sehen ist. Irgendwann hatte sich dann aber offenbar das Schrägparken durchgesetzt - obwohl an dieser Stelle gar nicht erlaubt. Vor der Luisenstraße 77 bis 79 richtet die Stadt zudem ein absolutes Halteverbot ein und auch im Bereich des Wandelgartens.

Für Christoph Grothe von der IG Fahrradstadt eine richtige Entscheidung. „Die Luisenstraße war als Fahrradstraße vorher nicht wirklich sichtbar“, sagt er. Für Radler habe es gerade im Bereich hinter der Sophienkirche oftmals unangenehme Situationen gegeben im Begegnungsverkehr mit Autos. Deren Fahrer hätten wenig Verständnis gezeigt „und von der Fahrradstraße haben viele noch gar nicht gehört“.

Fahrrad-Lobby
begrüßt die Entscheidung

Dass Anwohner und Geschäftsleute darüber klagen, dass, wenn auch wenige, Parkplätze wegfallen, könne er nachvollziehen. „Aber die Sicherheit geht vor.“ Wichtig sei aus seiner Sicht auch, dass die Außengastronomie der Lokale nicht beeinträchtigt werde.

Für Frank ter Veld, Mitglied der Grünen im Verkehrsausschuss, ist die Regelung ein überfälliger Schritt. „Es wird nur geordnet, was schon längst hätte geordnet sein müssen. In einer Fahrradstraße muss der Fahrradverkehr bevorzugt werden.“

Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius (SPD) und die BV Elberfeld werden den Bericht in der Sitzung nur zur Kenntnis nehmen. Die Entscheidung der Stadt richte sich ja nach gesetzlichen Vorgaben. „Aus meiner Sicht war das Parken in der Luisenstraße in diesen Bereichen aber bislang kein Problem.“ Die Neuregelung nehme man jetzt aber hin.

Viele Anwohner und Geschäftsleute befürchten dagegen, dass sich der Parkdruck im Quartier erhöhen werde. Jeder wegfallende Parkplatz sei ein Problem. „Die Situation ist schon jetzt eine Katastrophe“, so eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Eine andere schlägt vor, dass das Thema Fahrradstraße viel mehr ins Auge fallen würde, wenn die Beschilderung verbessert werde. Denn, so räumt sie ein, bei vielen Autofahrern sei das Thema noch nicht angekommen.

Kritisch wird von einigen gesehen, dass der Bürger, der letztendlich die Verwaltung zu der Neuregelung brachte, gar nicht im Luisenviertel wohne. Diesen Punkt lässt ter Veld aber nicht gelten. Es könne nicht sein, dass bei einer Straße nur diejenigen mitreden, die direkt dort wohnen. „Es gibt schließlich auch Durchgangsverkehr.“ Wuppertal wolle Fahrradstadt werden, da sei die einzige Fahrradstraße enorm wichtig.