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In der Wuppertaler Schwimmoper geht’s auf nationale Rekordjagd

Schwimmen : In der Wuppertaler Schwimmoper geht’s auf nationale Rekordjagd

Auch wenn bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften, die von Donnerstag bis Sonntag im Bad auf dem Johannisberg stattfinden, viele der großen Schwimmstars fehlen, ist die Konkurrenz reizvoll.

Am Schalter der Schwimmoper herrschte am Mittwoch Nachmittag Gedränge. Ab 17 Uhr war das Einschwimmen für die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften angesetzt, und viele vor allem auswärtige Teams, etwa aus Hamburg und München, nutzten das Angebot, kamen teilweise mit dem Rollkoffer ins Bad, um direkt anschließend ins Hotel zu fahren. Anders als 2015, als die Titelkämpfe letztmals in Wuppertal ausgetragen wurden, geht es am ersten Tag schon morgens um 9 Uhr los und dann gleich mit Top-Strecken, wie 100 m Freistil und 100 m Brust. Die Titelkämpfe dauern bis Sonntag.

Der durch Corona verschobene Wettkampfkalender und die strengen Hygieneauflagen machen alles auch für das Organisationsteam um Veranstalter SV Bayer, Stadtsportbund und Stadt anders. Nur rund 350 Teilnehmer statt früher rund doppelt so viele sind dabei. Zuschauer sind ausgeschlossen. „Der Aufwand ist trotzdem sogar noch größer“, sagt Volkmar Schwartz, Geschäftsführer des Stadtsportbunds. Beispiel: Auf den Tribünen müssen für alle Teams großzügige Bereiche bereitgestellt werden, damit man sich dort nicht zu nahe kommt.

„Mehr als 90 Vereine sind dabei, und auch wenn die großen Stars wie Marco Koch derzeit in Amerika die ISL-Liga schwimmen und andere sich auf einen Qualiwettkampf nächste Woche in Berlin vorbereiten, ist es nicht ausgeschlossen, dass hier auch wieder Rekorde fallen.

„Die Meldezeiten sind teilweise sehr gut“, sagt Simone Osygus, Geschäftsführerin der Schwimmabteilung und Chefin des Organisationsteams. Beispiel Sven Schwartz aus Hamburg, der den Juniorenweltrekord über 800 m hält oder die junge Heidelbergerin Zoe Vogelmann, die über 200 m Lagen zumindest mal für einen Jahrgangsrekord (2003) gut ist. Die Freistilstaffel der SG Essen haben die Experten sogar für einen Rekord in der Offenen Klasse auf dem Zettel.

SG Bayer Wuppertal mit
19 Startern vertreten

Von den 19 Bayer-Startern sind deutsche Rekorde eher nicht zu erwarten, dafür aber persönliche Bestzeiten, gerade in den jungen Jahrgängen 2006 und 2007 aus der Trainingsgruppe zwei von Henning Lambertz. „Im Vorfeld waren die Leistungen toll, jetzt müssen sie das bestätigen. Für viele ist es der erste so große Wettkampf“, sagt der ehemalige Bundestrainer. Mit Til Gröne, Jason Otte, Gian Luca Reduth, Carolina Brune, Maren Bamfast, Maja Ivanovic, Stella Eichhorn und Sofia Calderon haben gleich acht seiner Schützlinge die Qualifikationskriterien erfüllt. Carolina Brune, im November 2007 geboren, dürfte eine der jüngsten Teilnehmerinnen überhaupt sein. Am Beckenrand wird dann Mama Simone Osygus besonders mitfiebern.

Aus der ersten Trainingsgruppe von Michael Bryja haben sich mit Emre Demirdas, Alexander Kühling, Moritz Schaller, Jannik Steffens, Jana Markgraf, Vivien Selling, Hannah Weiand, Leonie Schleiser und Anna-Lena Matern fast alle qualifiziert. Hinzu kommen für die Staffeln Ann-Catherine Beissel und Christian vom Lehn, der nach der Beendigung seiner großen Karriere am Samstag in der Lagenstaffel noch einen schönen Abschluss in seinem langjährigen „Wohnzimmer“ haben soll. Dann aber wohl nicht in seiner eigentlichen Spezialdisziplin Brust, wo Bayer mit Alexander Kühlung auch so einen Endlaufkandidaten hat. Genau wie für Jana Markgraf, die aus beruflichen Gründen wohl ihren letzten großen Wettkampf schwimmen wird, geht es für vom Lehn darum, vor allem Spaß zu haben.

Chancen auf den A-Endlauf räumt Chefcoach Bryja außer Kühling dagegen noch Emre Demirdas und Moritz Schaller auf den kurzen Freistil- und Delphinstrecken sowie Vivien Selling auf den Brustdistanzen ein. Ob dann vielleicht sogar eine Medaille herausspringt, müsse man sehen. Die Chance ist vielleicht gar nicht so schlecht, da die ganz großen Namen fehlen.

Dass diese Tatsache am Wert der Veranstaltung in der Schwimmoper kratzen könnte, da hat Volkmar Schwarz keine Sorge. „Wir machen das hier vor allem für die Schwimmer, um ihnen nach Corona die Möglichkeit zu geben, ihren Sport auszuüben.“ Und natürlich sei es auch die Gelegenheit, die Schwimmoper wieder zu präsentieren. Auch für die kommenden Jahre wolle man sich für die Ausrichtung der DKM empfehlen.