Land baut Minus bei Bühnen und Orchester ab

Wirtschaftsplan : Land baut Minus bei Bühnen und Orchester ab

Wirtschaftsplan 18/19 und Fünfjahresplan auf dem Weg. Plus für 2022/23 anvisiert.

Noch weist der Wirtschaftsplan für die Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH ein deutliches Minus aus, doch der Fünfjahresplan, der im Ausschuss für Finanzen, Beteiligungssteuerung und Betriebsausschusss (WAW) am Dienstag vorgestellt wurde, spricht eine andere, hoffnungsvolle Sprache: Für 2020/2021 wird sogar ein positives Ergebnis erwartet. Trotz erhöhter Tarifabschlüsse und dank der zusätzlichen Zuschüsse, die das Land in den nächsten Jahren zahlen will.

Der Fehlbetrag für 2018/19 liegt bei 212 564 Euro. Mindereinnahmen, die der gedeckelte Stadthaushalt nicht hätte ausgleichen können. Nach der Vorjahresplanung wäre das Eigenkapital 2020/21 vollständig aufgezehrt gewesen. Nun aber springt das Land ein und erhöht während der gesamten Legislaturperiode seine Zuschüsse zu den Betriebskosten von 958 000 (2017) auf 1 812 000 (2022). Eine große Hilfe, so Kulturdezernent Matthias Nocke, die die drohende Insolvenz abwende, der Stadt im Gegenteil erlaube, Theater zu machen bis in die 2020er Jahre hinein. Und für 2022/23 sogar ein Eigenkapital von rund 931 000 Euro in Aussicht stellt.

Allerdings dürfen weitere Tariferhöhungen nicht 1,5 Prozent überschreiten (die Lohnkosten machen 85 Prozent der Ausgaben aus), muss der Ertrag aus Kartenverkäufen ab 2018/19 um 100 000 Euro im Jahr steigen, weitere Verbesserungen etwa bei der Vermarktung erreicht werden, Spenden (etwa der Theaterfreunde, die im Jahr mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt werden) fließen. Auch der scheidende Geschäftsführer der GmbH, Enno Schaarwächter, lobt Engagement und Wertschätzung des Landes, weist aber auf unvermeidbare Risiken (“Kein Theater kann Tariferöhungen erwirtschaftten.“) und darauf hin, dass bei den Zuschauerzahlen „noch Luft nach oben“ sei. So weise das Sinfonieorchester mit über 40 000 Zuschauern im Jahr zwar „Topzahlen“ aus, habe das Schauspiel eine gute Steigerung erreicht und die Oper die Wahrnehmung erhöht, aber es gelte, „im Bergischen die Nummer eins zu sein und auch im Niederbergischen wahrgenommen zu werden.“

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