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Konzert in Wuppertal nicht nur für Game of Thrones-Fans

Kultur in Wuppertal : Ein wahrer Krieg der Klänge

Das Game of Thrones-Konzert war nicht nur was für Fans.

Das „Game of Thrones“-Konzert in der Stadthalle war ein Genuss für alle, die Filmmusik gerne live erleben, nicht nur für Fans. Denn an den Originalsound der Fantasy-Saga kam das vom Veranstalter Highlight Concerts zusammengestellte Ensemble nah ran. Den Querschnitt aus acht Staffeln gestalteten 50 Musiker und noch einmal so viele Sänger als wahren Krieg der Klänge.

Da traten bedrohlich dunkle Streicherwogen gegen alles zerschneidende Bläser an. Für hypnotisch kreisende Rhythmen sorgten drei Trommler, die mit Lederwams und Kettenhemd so aussahen, als seien sie gerade einer „GoT“-Folge entstiegen. Über dem Orchesterbombast erhob sich ohne Mühe der Chor. Die im altertümlichen Englisch gehaltenen Balladen – darunter der Hit „Rains of Castamere“ – trugen abwechselnd eine Sopranistin und ein Tenor vor.

Das war aber erst die halbe Miete. Auf der Leinwand sahen die 400 Gäste die Highlights der Staffeln. Nein, nicht im Original – das hätte wohl das Budget der Veranstalter gesprengt. Dafür gab es computergenerierte Bilder, die die Anmutung einer Graphic Novel hatten. In Sepiatönen erlebte man Verfolgungsjagden, Attentate und Kampfszenen. Um welches Adelshaus es sich drehte, wurde schnell auch Nicht-Fans klar. Orientierung gaben die Wappentiere der Dynastien Stark, Lennister, Baratheon und Targayen. Wie musikalische Leitmotive erschienen sie regelmäßig im Bild.

Wer sich auf die ästhetische Verfremdung einließ, hatte zudem seine Freude am Wiedersehen mit zahlreichen Serienhelden: Mit Arya, Daenerys, Jon und nicht zuletzt Tyrion Lannister – gespielt vom Deutschen Peter Dinklage, der für seine Darstellung im vergangenen Jahr einen Emmy Award bekam.

Selbst wenn man sich auf das im Halbdunkel sitzende Orchester konzentrierte, ließen sich Entdeckungen machen. Etwa dass Instrumente aus der ganzen Welt den „GoT“- Soundtrack bereichern. Als Solisten waren Gongs und Perkussion aus Fernost, eine orientalische Rohrflöte und eine indische Sitar zu hören. Mag die Serie auch in einem imaginären Mittelalter spielen – ihre Musik bildet die Vielfalt der globalisierten Gegenwart ab. Ganz von dieser Welt war auch die Lichtshow, die mit ihren kräftigen Farben für die mitunter matten Leinwandbilder entschädigte.

Der tosende Schlussapplaus und die stehenden Ovationen waren deutliche Zeichen dafür, dass „Best of all Seasons“ allen im Großen Saal gefallen hatte.