Sky du Mont liest bei den Herr-der-Ringe-Konzerten

Interview : „Musik schafft Atmosphäre“

Derzeit ist Schauspieler Sky du Mont deutschlandweit unterwegs – als Erzähler bei den Filmmusik-Konzerten von „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“. Im Januar kommt er auch nach Wuppertal.

Herr du Mont, wie kam es dazu, dass sie die Erzähler-Rolle bei den „Herr der Ringe“-Konzerten übernommen haben?

Sky du Mont: Das kann ich gar nicht genau sagen. Ich habe eine Anfrage bekommen. Den Grund kenne ich nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass man auf mein Mitwirken bei der „Rocky Horror Show“ aufmerksam geworden ist, bei der ich ja auch den Erzähler gebe.

Ist ihre Rolle bei der Konzerttournee damit vergleichbar?

du Mont: Eher nicht. Zum einen sind die Aufführungen an sich sehr unterschiedlich, zum anderen ist aber auch mein Part ein anderer. Bei der „Rocky Horror Picture Show“ bin ich auch ein wenig in die Spielhandlung eingebunden. Bei „Herr der Ringe in concert“ ist es ein klassischer Erzählerpart. Ich beschreibe, was gerade passiert und schaffe so die Verbindung zwischen Musik und Geschichte.

Wie lange sind Sie jetzt mit der Konzertreihe auf Tour?

du Mont: Ich bin bis Ende Januar dabei.

Haben Sie Tolkiens Bücher gelesen oder die Filme gesehen?

du Mont: Ich kenne die Filme. Alle haben mich sehr beeindruckt. Der Stoff galt lange als unverfilmbar und was Peter Jackson daraus gemacht hat, ist einfach hervorragend geworden. Wenn man auch bedenkt, wie sehr die digitale Technik in den Filmen perfektioniert wurde, ist das schon sehr beeindruckend. Da steht ein mehrere tausend Mann starkes Heer und es wirkt alles so unglaublich echt, obwohl es computeranimiert ist.

Neben Ihnen als Erzähler steht auch Pippin-Darsteller William „Billy“ Boyd auf der Bühne. Teilen Sie sich die Moderation?

du Mont: Billy Boyd singt wunderbare Lieder, von denen er einige auch selbst für den Film komponiert hat – ein Ausnahmekünstler. Ich erzähle die Geschichte. Insoweit hat jeder seinen Part. Da Billy Boyd Englisch spricht, wäre eine gemeinsame Moderation auch eher schwierig.

Hätten Sie selbst gern eine Rolle in „Herr der Ringe“ übernommen und wenn ja, welche?

du Mont: Natürlich hätte ich gern mitgespielt – wem ginge das nicht so, bei solch erfolgreichen Filmen? Es gibt in den Werken ja eine ganze Reihe Helden, deren Rollen sicher reizvoll gewesen wären. Inklusive vieler Kämpfe. Ich hatte mal eine Rolle, in der ich mit dem Schwert kämpfen musste, das war richtig harte Arbeit.  In den „Herr der Ringe“-Filmen hat mich allerdings besonders Christopher Lee in der Rolle des Bösewichts Sauron beeindruckt. Das wäre sicher eine schöne Rolle gewesen, die aber von Lee ganz wunderbar ausgefüllt wurde. Immerhin hätte ich ihn fast einmal als Dracula beerbt.

Was schätzen Sie besonders an Ihrer Erzählerrolle bei den Konzerten? Haben Sie Lieblingsszenen?

du Mont: Vor allem in der Filmmusik habe ich einige Lieblingsstellen. Ich kann dabei wunderbar abschalten. Howard Shore hat viele, klassisch orientierte Stücke geschaffen, die einfach wunderschön sind.

Kann die Musik allein im Konzert die Atmosphäre der Filme tatsächlich einfangen?

du Mont: Musik ist Atmosphäre. Ich denke schon, dass es den Menschen Freude macht, in der Konzerthalle zu sein und diese wunderbaren Melodien zu hören.

Neben der Schauspielerei halten Sie auch Lesungen oder übernehmen, wie aktuell, Erzählerparts. Könnten Sie sich vorstellen, ein Buch wie „Herr der Ringe“ als Hörbuch einzusprechen?

du Mont: Ehrlich gesagt nein. Ein Hörbuch ist sehr viel Arbeit, man liest mehrere Stunden am Stück, bewegt sich kaum, weil man das hören würde – von niesen oder husten ganz zu schweigen. Ich habe zum Beispiel den großen Gatsby als Hörbuch gelesen. Und der Herr der Ringe hat deutlich mehr Seiten.

Sie sind quasi auf der Bühne zu Hause. Wie sieht Ihre Vorbereitung für die Erzählerparts in den Konzerten aus? Sind Sie eher spontan oder bereiten Sie sich gründlich vor?

du Mont: Ich bereite mich sehr gründlich vor. Nicht, weil ich Lampenfieber hätte, sondern weil ich Profi bin und gut vorbereitet sein will. Man überlegt, was man wie betont und ich verstelle teilweise auch meine Stimme. Das ist wie Theater spielen.

Herr du Mont, vielen Dank für das Gespräch.

Termin: Am 29. Januar in der Stadthalle in Wuppertal. In einer zweistündigen Abendaufführung wird die sagenhafte Trilogie in einem einmaligen musikalischen Ereignis zum Leben erweckt. Karten gibt es online unter www.wz-ticket.de