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Wuppertal: Goldenes Wappen für Ulrich Hildmann

Wuppertal : Goldenes Wappen für Ulrich Hildmann

Ehemaliger Grundschulrektor wird vom Bürgerverein geehrt. Lothar Leuschen (WZ) sprach als Gast.

Anfang Mai hat Ulrich Hildmann seinen 80. Geburtstag gefeiert, am Freitag erhielt der langjährige Rektor der Grundschule Hottenstein eine weitere Würdigung. Beim Jahresempfang des Bürgervereins Nächstebreck wurde der Pädagoge für sein Engagement für die Schule und für die Vereine des Stadtteils mit dem Goldenen Nächstebreck-Wappen ausgezeichnet. „Du bist ein Stück Nächstebreck – obwohl du in unserem Vorort Schwelm wohnst“, lobte der 1. Vorsitzende des Bürgervereins, Hermann Josef Richter, den Geehrten bei der Verleihung der Ehrennadel.

Hildmann sieht Auszeichnung als Anerkennung für die Schule

Richter verwies in seiner Laudatio unter anderem auf das „hohe berufliche Fachwissen, Gerechtigkeit und Fairness“, die Hildmann bei seiner Arbeit mit jungen Menschen immer wieder – gepaart mit „viel Geduld und Aufgeschlossenheit“ – an den Tag gelegt habe. Ulrich Hildmann sei über Jahrzehnte „Vorbild für unsere Kinder“ gewesen. Von 1966 bis 2001 hatte der Gewürdigte an der Grundschule gearbeitet, die letzten 22 Jahre als Rektor. Doch das Engagement von Ulrich Hildmann sei auch stets „weit über den Unterricht hinausgegangen“, erklärte Richter. So hatte der Pädagoge im Rahmen der Heimatfeste die Kinderflohmärkte organisiert. 25 Jahre war er zudem Schriftführer der Arbeitsgemeinschaft der Nächstebrecker Vereine (Festausschuss Heimatfest).

Der Ausgezeichnete dankte für die Würdigung. „Ich habe gedacht: Mit 80 Jahren kann dich nichts mehr überraschen, aber du hast es trotzdem geschafft“, sagte Hildmann in Richtung von Richter. Zugleich nahm er die Würdigung ausdrücklich als Auszeichnung für die Arbeit der Schule im Stadtteil an.

Die Verleihung des Goldenen Nächstebreck-Wappens war der Abschluss des offiziellen Teils beim Jahresempfang des Bürgervereins. Zuvor hatte es musikalische Beiträge vom Chor der Grundschule Hottenstein und vom Shanty-Chor MGV Haßlinghausen 1895 gegeben. Die etwa 65 Kinder der Grundschule traten gleich zu Beginn des Jahresempfangs mit ein paar Liedern auf und leiteten schwungvoll in den Abend ein. Lust auf Meer und Wellen verbreitete dagegen der Shanty-Chor aus Haßlinghausen. Und auch wenn die „Gorch Fock“ derzeit auf Trockendock liegt und niemand weiß, ob das Segelschulschiff wieder in Betrieb geht, stimmten die Männer des Chores trotzdem unverdrossen das Gorch-Fock-Lied („Weiß ist das Schiff, das wir lieben“) an.

Auch ein Vortrag zu einem gesellschaftlichen Thema stand auf dem Programm: Lothar Leuschen, Vertreter der WZ-Chefredaktion und Wuppertaler Lokalchef, sprach zum Thema „132 Jahre Westdeutsche Zeitung im Tal. Was bringt uns die Zukunft?“ Ein Frage, die gerade in Zeiten des digitalen Wandels nicht einfach zu beantworten ist, stehen traditionelle Medien doch aufgrund der Veränderungen des Medienverhaltens breiter Schichten der Bevölkerung unter Druck.

„Die Meinungsbildung findet heute weitestgehend im Internet statt“, räumte Leuschen ein. Zugleich sinke die Zahl der Zeitungsleser: Im Jahr 2005 hätten sich noch 51 Prozent aus einer Zeitung informiert, derzeit seien es noch zwischen 30 und 35 Prozent. Von dieser Entwicklung bleibe auch die WZ nicht verschont, auch wenn sie die einzige Tageszeitung in Wuppertal sei und – im Verbund mit ihrer Zeit als „General-Anzeiger“ – auf ein 132-jährigen Bestehen zurückblicken könne. „Zeitungen verlieren als Nachrichtenquelle an Bedeutung“, bedauerte Leuschen. Das sei bedenklich, weil der blinde Glaube an den Wahrheitsgehalt irgendwelcher Infos auf Facebook oder YouTube in die Irre führe. Zugleich sei es bislang aber noch keinem Nachrichtenunternehmen gelungen, Inhalte online zu stellen und damit wirtschaftlich Erfolg zu haben. „Keiner kann mit Nachrichten im Internet Geld verdienen“, unterstrich er. Onlinenutzer seien vor allem auf Gratiszugriffe gepolt.

Zugleich erfüllten Zeitungen aber eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, trügen sie doch zur politischen Meinungsbildung bei. Und gerade eine Lokalzeitung wie die WZ sei ein wichtiges Medium, weil sie auch lokale Nachrichten verbreite. Leuschen appellierte an die Anwesenden, die Zeitung in ihrer Berichterstattung kritisch zu begleiten: „Die Qualität einer Zeitung wird von den Lesern bestimmt.“