Picobellotag: Nächstebreck im Kampf gegen den Müll

Picobellotag : Nächstebreck im Kampf gegen den Müll

Mehr als 200 Helfer befreiten den Wuppertaler Stadtteil von weggeworfenen Reifen und Flaschen.

Noch ist es ruhig an dem ehemaligen Wartehäuschen mit der Aufschrift „Haltepunkt Nächstebreck”. Hin und wieder flitzt ein Radfahrer auf der Nordbahntrasse vorbei, Vogelgezwitscher unterstreicht die morgendliche Idylle im Sonnenschein. Zum Tag des „Sauberen Nächstebreck” rechnet Hermann Josef Richter, Vorsitzender des Bürgervereins Nächstebreck, mit großem Zulauf. „Es werden locker zwischen 200 und 220 Teilnehmer dabei sein”, freut sich der Vorsitzende. Kurz vor Startschuss versammeln sich die ersten Freiwilligen. Ausgestattet mit Müllzangen, groben Arbeitshandschuhen und einer Riesenportion guter Laune stehen Georg Röder, Ina und Tom Rüggeberg bereit.

Vor 30 Jahren fiel der
Startschuss für die Aktion

Zum ersten Mal sind die drei Neu-Brackener dabei. „Als Mitglied des Bürgervereins wollen wir zeigen, dass wir nicht nur reden, sondern auch etwas leisten können”, sagt Georg Röder. Julia Dittner ist in dem Stadtteil groß geworden und nahm bereits als Schulkind an der Aktion teil. „Mir ist es persönlich wichtig, dass unser Bracken sauber bleibt. Das fängt bei uns zu Hause an und hört nicht vor der eigenen Haustüre auf.” Und so sammelt Julia Dittner mit Sohn Jonas erste Papier- und Müllreste auf. „Mal sehen, wie lange wir heute durchhalten”, sagt die junge Mutter lachend.

Seit vor 30 Jahren der Startschuss für die Akion fiel, habe sich viel getan, so Hermann Josef Richter. „Nicht nur der Bürgerverein leistet seinen Beitrag, auch die Dorfgemeinschaft Bracken, die Freiwillige Feuerwehr und die Grundschule Hottenstein sind dabei.” Die Teilnehmer, deren Zahl von Jahr zu Jahr steigt, sind zwischen drei und 84 Jahren alt - eine generationsübergreifende Veranstaltung, die sich in Nächstebreck etabliert hat.

Ein Ärgernis seien nach wie vor die Verschmutzungen rund um die Nordbahntrasse, etwa alte Reifen, Fahrradteile oder Müll, sagte Richter. „Was wir schon alles gefunden haben!” Die Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Löschzug Nächstebreck rüstet sich inzwischen zum Einsatz am Müllsack. Robin Werbeck und Michaela Peterburs geben ihren 15 Schützlingen letzte Anweisungen, dann geht es los Richtung Linderhauser Straße.

„Seit knapp neun Jahren wollen wir die Kinder und Jugendlichen für Sauberkeit sensibilisieren”, erklärt Michaela Peterburs. Dem „Flachmannweg”, wo oft weggeworfene Bier- und Schnapsflaschen liegen,  und einer wild gebauten Bretterbude, die am Großen Stollen für Ärger sorgt, wird zu Leibe gerückt. In steter Begleitung von Fahrzeugen des Bürgervereins und einem Mini-Trecker der Dorfgemeinschaft, teilen sich die Helfer nach weiteren Instruktionen der Organisatoren auf.

Thomas Hüsemann versorgt die Brackener mit Handschuhen, Säcken oder Zangen. „Die einzelnen Gebiete und Straßen fahren wir regelmäßig ab und sammeln die Müllsäcke sowie größere Gegenstände ein”, erklärt Richter. Bald schon ertönt das gleichmäßige „Klack, klack” der Zangen und erste Gruppen finden die eine oder andere kleine wilde Müllkippe. Auf das anschließende Grillfest auf dem Schulhof der Grundschule Hottenstein freuen sich die meisten schon jetzt.

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