Facebook-Party: Stadt prüft Ansprüche gegen Veranstalter

Facebook-Party: Stadt prüft Ansprüche gegen Veranstalter

Aufrufer (16) meldet sich bei der Polizei. Stadt prüft Regressansprüche.

Wuppertal. Die Anwohner des Immenwegs erfuhren es schon am Dienstagmorgen um 9.18 Uhr.

„Die Party am Immenweg wird untersagt. Polizei und Ordnungsamt werden die Befolgung überwachen“, hieß es in einer E-Mail des Ordnungsamtes. Gemeint ist die zweite Open-Air-Fete für die über das Internet-Netzwerk Facebook für Freitag, 1. Juli, zum Immenweg geladen worden ist.

Zu schmale Rettungswege, die unmittelbar angrenzende und tiefer liegende A 46, kein Veranstalter, der als Ansprechpartner für die Stadt helfen könnte, somit auch kein Sicherheitskonzept, geschweige denn sanitäre Anlagen: Die Liste der Verbotsgründe ist lang und eindeutig. Die Immenweg-Night — am Dienstag gab es 1600 Internet-Zusagen — hatte keine Chance.

Und dann kam unerwartet Bewegung in den Fall. Der anonyme Party-Einlader meldete sich am Dienstag bei der Polizei. Nach WZ-Informationen handelt es sich um einen 16 Jahre alten Wuppertaler.

Zerknirscht und flankiert von seinem Vater habe er sich zu der Einladung bekannt. Ihm seien die Folgen nicht klar gewesen. Er wolle jetzt übers Internet beziehungsweise über Facebook den Aufruf zurückziehen und die Party absagen.

Die Stadt kündigte trotzdem an, vom Rechtsamt prüfen zu lassen, ob gegen den Party-Aufrufer eventuell Regressansprüche gestellt werden können.

Hintergrund: Dass das Verbot und die Absage der Veranstaltung einen Massenauftrieb wie am vergangenen Freitag bei der ersten Wuppertaler Facebook-Party am Ascheweg in Ronsdorf verhindern, ist mehr als fraglich. Gegenüber den Anwohnern des Immenwegs ließ das Ordnungsamt jedenfalls verlauten, man werde das Partyverbot vor Ort durchsetzen. Und das geht wohl nur mit einem erneuten Großaufgebot der Polizei.

Wie berichtet, waren am Ascheweg 130 Polizisten und 40 Mitarbeiter des Ordnungsamts nötig, um die Facebook-Party dort zu beenden. Kosten: geschätzte 120.000 Euro. Mehr als 700 junge Leute waren dem Facebook-Aufruf gefolgt. Die Veranstaltung verlief zunächst friedlich. Nach Flaschen- und Knallkörperwürfen aus einem Besucherblock, eskalierte die Lage. Es gab 16 Verletzte und 41 Festnahmen. Die Polizei musste aus Köln und Duisburg Verstärkung anfordern.

Wie der Großeinsatz am Immenweg aussehen wird, ist Gegenstand weiterer Gespräche zwischen Polizei und Ordnungsamt. Die Komplettabriegelung des verkehrsberuhigten Einfamilienhaus-Viertels scheidet aber wohl aus. Eher dürfte es verstärkte Polizeipräsenz und Personen- beziehungsweise verschärfte Alkoholkontrollen geben.

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