Theaterfestival: Der Startschuss ist gefallen

Theaterfestival: Der Startschuss ist gefallen

180 Zuschauer und Mitwirkende kamen am gestrigen Montagabend zum Einstand. Geboten wurden Klezmer und Hip-Hop.

Wuppertal. Während beim NRW-Theatertreffen im Laufe der Woche die besten Inszenierungen des Jahres zu sehen sind, rückten die Organisatoren bei der Eröffnung „das ins Zentrum, was sonst wenig Beachtung findet“: Nachwuchsgruppen und Bühnenmusik.

Rund 180 Zuschauer und Mitwirkende hatten sich zum offiziellen Einstand vor dem Schauspielhaus eingefunden. Kulturministerin Ute Schäfer lobte Wuppertal als „wunderbaren Resonanzboden für das Festival“ und NRW als „eine der vielfältigsten und stärksten Theaterregionen Deutschlands“. Um diese zu erhalten, sei es wichtig, insbesondere Kinder und Jugendliche anzusprechen.

Das geschah beim Auftritt von „The Groove@Grufties“ aus Bonn: Jugendliche bis 25 Jahre und Erwachsene zwischen 63 und 80 Jahren sangen und tanzten gemeinsam unter der Leitung von Michael Barfuß zu Songs von Tina Turner, Nirvana oder Arcade Fire. Mit Elan sowie schwingenden Hüften und Stöcken gröhlten sie einhellig „We are young!“ oder „My Generation!“ ins Mikro.

„Jetzt wird endlich mal gelebt“, beschlossen die „Theaterpartisanen“ aus Dortmund. Nach einer gut trainierten Choreografie wandten sie sich an die Zuschauer: „Guckt Euch doch mal um in dieser Welt, Ihr emotionalen Zombies!“ Sie protestierten gegen Wegwerfspielzeug aus China, Massentierhaltung und Atomkraft. Und prangerten an: „Warum steckt Ihr mich in eine Schublade?“

Sehr witzig gestaltete sich anschließend „Der Drache vom Dönberg“ der Wuppertaler Bühnen. Vier junge Männer tanzten zu barocken Klängen Hip-Hop und zeigten eine beeindruckende Pantomime voller Akrobatik. Sie schubsten sich von einer Bank, um dann ihre Beine in der Luft zu drehen oder spielerisch-choreografierte Kämpfe auszufechten.

Für einen mitreißenden Abschluss sorgte „Kapelsky“, eine Klezmer-Gruppe aus drei Theatermusikern. „Wo fängt man an, wenn man westwärts will? Im Osten“, witzelten sie und ließen ihre Finger und Bogen in typisch östlichen Melodien über die Saiten flitzen. Sie spielten „Molwanische Volksmusik“ (nach dem in einem fingierten Reiseführer erfundenen Land) und interpretierten „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ als Klezmer-Song.