Der Sparkassenchef erklärt, warum Mama nicht Krösus ist

Der Sparkassenchef erklärt, warum Mama nicht Krösus ist

Die Vortragsreihe „Input vorm Lunch“ hatte diesmal Peter Vaupel zu Gast — und der kennt sich mit Geld aus.

Wuppertal. Woher das Geld kommt, das man mit einer Plastikkarte aus dem Automaten zieht? Was für eine Frage! Sofort schnellen im grünen Raum der Junior-Uni 20 Finger in die Höhe. Ein Junge aus der ersten Reihe im rot-weiß karierten Hemd darf antworten: „Natürlich vom Konto“, erklärt er mit einem Schulterzucken, das zeigen soll, wie selbstverständlich dieser Vorgang für ihn ist.

Ohnehin scheint er seine Nase tief in sein „Was-ist-Was“-Buch zum Thema Geld gesteckt zu haben, immerhin weiß er aus dem Stegreif auch, dass Geld als Zahlungsmittel in der Steinzeit erfunden worden ist. Aber auch die anderen Kinder beteiligen sich rege am nunmehr zehnten „Input vorm Lunch“, wie die Junior-Uni ihre Vortragsreihe für Kinder und deren Eltern nennt.

Als Sparkassendirektor Peter Vaupel und sein Kollege Remo Radtke gestern in ihrem Vortrag dann über die Geschichte des Geldes auf König Krösus eingehen wollten, meldete sich ein Junge aus der dritten Reihe. „Den kenne ich. Meine Mutter sagt immer, sie ist nicht Krösus, wenn ich ein Spielzeug haben will“.

Eine bessere Vorlage, um die Erfindung des gemünzten Geldes um 600 v. Chr. zu erklären, kann man vermutlich nicht liefern. Ohnehin scheint das Konzept der Junior-Uni aufzugehen. „Kinder sollen hier ohne Druck etwas lernen können, diese Begeisterung wollen wir fördern“, erklärt Vaupel, der auch dem Förderverein der Junior-Uni vorsteht.

Die aufmerksame Stille, von der viele Grundschullehrer nur träumen können, der große Andrang und die rege Beteiligung der Kinder sprechen für sich. Der siebenjährige Johannes ist zumindest ein Fan der Junior-Uni: „Die erklären hier die Themen sehr gut, man versteht alles, und es wird gar nicht langweilig“, freut sich der Grundschüler.

Dass es unterdessen gar nicht so leicht ist, einen Kursplatz an der Junior-Uni zu ergattern, musste Birgit Marzienzig erfahren: „Der Andrang scheint sehr groß zu sein.“ Im März hätten nach Angaben der Uni etwa 800 Kinder auf der Warteliste gestanden.

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