Jugendliche an der Waffe — ein ganz normaler Sport?

Jugendliche an der Waffe — ein ganz normaler Sport?

Beim Jugendpokalschießen in Elberfeld sprach die WZ mit jungen Schützen darüber, was sie am Schießsport finden.

Wuppertal. Ausgerechnet die jüngste Teilnehmerin zeigte der Konkurrenz beim 8. Offenen Jugendpokalschießen des Kreises Wuppertal, wie man es richtig macht. In den Räumen der Schützengemeinschaft Elberfeld gelang der 12-jährigen Tina Ludolf die beste Zehn, wie es bei den Schützen heißt — und damit nicht nur der Gewinn des Pokals für das beste Gesamtergebnis in ihrer Altersgruppe, sondern auch des Pokals für den besten Einzelschuss.

Mitglieder aus fünf Vereinen, aber auch zahlreiche Neulinge nahmen an dem Wettbewerb teil, der mit dem aufgelegten Luftgewehr über eine Distanz von zehn Metern ausgetragen wurde. Vor allem in den Altersgruppen 12, 13 und 14 Jahre waren neue Gesichter dabei, die auch ihre Pokale mit nach Hause nahmen, wie Kreisjugendleiterin Ursula Krohn nach der Veranstaltung berichtete. Zu den Neuen gehörte Lukas Benninghofen.

„Es hat viel Spaß gemacht. Man muss sich richtig konzentrieren“, sagte der 14-Jährige nach dem Schießen. Auch sein Freund Leon Esser war mit sich zufrieden. „Es ist gut gelaufen. Ich habe 80 von 100 Ringen geschafft und könnte mir auch vorstellen, einem Verein beizutreten“, berichtete er.

Das kommt aus Zeitgründen für Merlin Dittmar nicht in Frage. „Wir haben das Schießen im Feriensportkurs in den Osterferien kennengelernt und sind für heute eingeladen worden“, erzählt er von seinem ersten Kontakt mit dem Sport, der ganz offenbar eine besondere Faszination auf die Jugendlichen ausübt.

„Es ist ein spannender Sport, der hohe Präzision erfordert. Man braucht Geduld und eine gute Kondition, um sich lange konzentrieren zu können“, fassen Fabian Lembgen und Christoph Pumplün den Reiz ihres Hobbys zusammen. Die beiden 17-Jährigen sind Mitglied im SV Bayer Wuppertal und als Teil einer Dreiermannschaft bereits amtierende Landesmeister mit der Kleinkaliber-Sportpistole. Ein echtes Ärgernis sind für die beiden die Vorurteile ihrer Mitmenschen gegenüber ihrem Sport. „Wir betreiben einen anstrengenden Wettkampfsport. Jede Verbindung zu den schlimmen Amokläufen ist grotesk und unfair uns gegenüber“, sagt Christoph Pumplün.

Der Wettkampf steht auch für die Mädchen im Kreis der Schützen im Vordergrund. „Es ist reizvoll, sich mit den Jungs zu messen“, sagt Constanze Becker. Die 17-Jährige ist durch ihre Familie in die Schützengilde Sonnborn hineingewachsen — und genießt auch das sonstige Vereinsleben.

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