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Cronenberger Bürgervereine: Empfang im Schatten von Corona

Empfang : Wuppertaler OB-Kandidaten stellen sich Wähler-Fragen aus Cronenberg

Talachse nicht bevorzugen: OB-Kandidaten mussten sich den Fragen der Cronenberger stellen.

Platzte im vorigen Jahr der Festsaal in der Cronenberger Holzschneiderstraße noch beim Sommerempfang aus allen Nähten, so waren es diesmal lediglich 75 interessierte Zuhörer und „Aktive“, die von CHBV-Vorstandmitglied Ralf Kiepe begrüßt wurden, an den Tischen Platz nahmen, beziehungsweise auf die Bühne zu Stephan Ries, dem 2. Vorsitzenden des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins, kamen. Eingeladen hatten die Cronenberger Heimat- und Bürgervereine, zu denen auch der BV Küllenhahn und die Sudbürger gehören.

„Einander kennenlernen, miteinander reden“ hieß das Motto, und im Publikum war man gespannt, sechs der sieben Oberbürgermeisterkandidaten kennen zu lernen, die Stephan Ries interviewte und sie nicht nur zu städtischen, sondern auch zu Cronenberger Anliegen befragte. Alle, nämlich (in der Reihenfolge ihrer ausgelosten Auftritte genannten Kandidaten) Marcel Hafke (FDP), Bernhard Sander (Linke), Henrik Dahlmann (Freie Wähler), Panagiotis Paschalis (unabhängig), Uwe Schneidewind (CDU und Grüne) sowie Amtsträger Andreas Mucke (SPD) waren sich weitgehend einig, dass nicht allein den Bürgerinnen und Bürgern auf der Talachse die Aufmerksamkeit der Politik gelten sollte.

„Jeder Stadtteil hat seine eigenen Herausforderungen“, wusste der Landtagsabgeordnete Marcel Hafke, der als Ronsdorfer die Probleme „vergessener“ Stadtteile kennt und in Anbetracht der seit Jahrzehnten vergeblich geforderten Sporthalle in Cronenberg feststellte: „Jeder Stadtteil braucht einen solchen Veranstaltungsort.“

Bernhard Sander, der Kandidat der Linken, sah die Bürger aller Bezirke als Menschen an, die gleich wichtig sind. Er war der Ansicht, dass die Bezirksvertretungen gestärkt werden müssten, und dass die Menschen auf der Talachse, die über weniger Einkommen verfügten als die in den Außenbezirken, nicht abgehängt werden dürften.

Multifunktionsspielfeld soll für 1,8 Millionen Euro entstehen

Henrik Dahlmann (Freie Wähler) war der Ansicht, dass Wuppertal insgesamt attraktiver werden müsse und sprach sich dafür aus, dass die Berghauser Straße als Schulraum erhalten bleiben müsse. Bereitwillig räumte er ein, dass Corona es insgesamt schwieriger mache, nötige Projekte voranzutreiben.

Der unabhängige Kandidat Panagiotis Paschalis sah gerade in seinem Status die Möglichkeit, parteienunabhängig Gestaltungskraft zu entwickeln. „Die Verwaltungsstruktur ist verkrustet“, kritisierte er an Wuppertal, das er als eine Stadt der Vielfalt kennengelernt habe.

Uwe Schneidewind (CDU und Grüne), der Wirtschaftswissenschaftler, möchte die Vision der Menschen stärken, dass etwas Anderes als das derzeitige gelingt und riet den Cronenberger sich jeweils auf ein Projekt zu konzentrieren. „Bei zu vielen Dingen, besteht, die Gefahr, dass aus keinem etwas wird.“

Als letzter war OB Andreas Mucke ausgelost worden, und er hatte unter anderem die frohe Botschaft im Gepäck, dass die Mittel für den Umzug der Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr von der Kemmann- an die Berghauser Straße in den Haushalt eingestellt seien.

Ebenso wie Uwe Schneidewind warb Andreas Mucke für sein Lieblingsprojekt, die Ausrichtung der Bundesgartenschau 2031. „Das ist eine Investition in die Zukunft und ein Stadtentwicklungsprojekt, das vielen Menschen zugutekommt.“

Beifall belohnte Kandidaten und den Interviewer, bevor Michael Ludwig, der Vorsitzende des Bürgervereins Küllenhahn das „4Fields Süd“ vorstellte. Eine vierstufige Entwicklung zugunsten des Sports, die ein Multifunktionsspielfeld, einen Skater-Park, einen in den Schulsport integrierbaren „Boulder-Würfel („Klettern ist jetzt sogar olympisch“, so Ludwig) und eine Kaltsporthalle sowie eine Naherholungsstätte für Familien und Sportbegeisterte auf den Südhöhen umfassen soll. „Ein Projekt, das gut 1,8 Millionen Euro kosten wird, die aber voll aus einem Fördertopf des Landes getragen werden“, versprach Michael Ludwig. „Wichtig ist nur die Zustimmung des Stadtrates, die aber bis zum 30. Oktober – eventuell in einer Sondersitzung – erfolgen muss.“