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Wuppertaler SV gelingt Saisonstart - nur das Siegtor ist umstritten

Fußball : WSV gelingt der Saisonstart

Beim verdienten 1:0-Erfolg gegen Ahlen zeigt der Fußball-Regionalligist vor allem vor der Pause eine starke Leistung. Zum Tor, als der Schiedsrichter weiterlaufen lässt, sagt Trainer Alexander Voigt: „Eine-Fifty-Fifty-Entscheidung.“

Über die Umstände des Siegtreffers wird sicher noch länger diskutiert werden. Dass der 1:0-Heimerfolg des Wuppertaler SV gegen Aufsteiger Rot-Weiss Ahlen zum Auftakt der Fußball-Regionalliga-Saison leistungsgerecht war, darüber herrschte allerdings Einigkeit. Nach 182 Tagen Punktspielpause haben die Wuppertaler dort angeknüpft, wo sie am 7. März gegen Haltern aufgehört hatten und einen erfolgreichen Einstand in diese so besondere Saison gefeiert, in der nicht nur mit Corona, sondern auch mit einem Insolvenzverfahren umgegangen werden muss.

„Ich gratuliere den Wuppertalern zu einem verdienten Sieg, sie haben in der ersten Halbzeit klar dominiert“, sagte Ahlens Trainer Björn Mehnert und drücke seinem ehemaligen Verein die Daumen für den weiteren Saisonverlauf. Dann kam ehe er auf die Szene zu sprechen, die vor allem auf Ahlener Seite die Gemüter bewegte. Nach 70 Minuten war Ahlens Schlussmann Bernd Schipmann nach einer Rettungstat außerhalb des Strafraums liegengeblieben, war wohl von einem Mitspieler irgendwie am Kopf getroffen worden. Ein Foul lag nicht vor, wie auch Mehnert attestierte. Der WSV kam wieder in Ballbesitz und spielte den Angriff über Noelle Tomczak fokussiert zu Ende. Beyhan Ametov zirkelte die Kugel nach dessen Querpass ins Tor, in dem nur noch ein Ahlener Abwehrspieler stand, während Schipmann noch vor dem Strafraum lag.

Starke erste Halbzeit mit viel Spielkultur, aber keinem Treffer

„Den WSV-Spielern mache ich keinen Vorwurf, dass sie weiterspielen, aber der Schiedsrichter und seine Linienrichter müssen das sehen und dürfen die Partie nicht weiterlaufen lassen“, haderte Mehnert. WSV-Trainer Alexander Voigt sprach vorsichtig von einer Fifty-fifty-Entscheidung und räumte ein, dass er sich umgekehrt wohl auch geärgert hätte.

Das schmälerte allerdings einen vor allem in der ersten Hälfte guten WSV-Auftakt nicht. „Da hat eigentlich nur ein Tor gefehlt“, war man sich auch auf der mit den nur erlaubten 300 Zuschauern besetzten Tribüne einig. Die hatten durchaus versucht, Stimmung zu machen, so dass von einem Geisterspiel nur bedingt die Rede sein konnte, und mehrere schön herausgespielte Möglichkeiten des WSV vor Pause gesehen. Die Beste, als Marwin Studtrucker unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff am zweiten Pfosten freistehend den Ball volley übers Tor setzte. Bei einem Freistoß von Kevin Rodrigues Pires und einem tollen Schuss von Beyhan Ametov hatte Torwart Schipmann die Fäuste gerade noch am Ball gehabt. Einige Male fehlte dem WSV nur die entscheidende letzte Situation zum Tor.

Unübersehbar war jedenfalls die Spielkultur, die in der weitgehend zusammengebliebenen Mannschaft Einzug gehalten hat, woran auch die Neuen in der Startformation - Pires und Außenstürmer Jonas Erwig Drüppel großen Anteil hatten. Pires glänzte immer wieder mit klugen Anspielen in die Tiefe. Erwig-Drüppel bildete mit dem vor der Pause sehr starken Ametov eine agile und variable Flügelzange. Marwin Studtrucker und Gianluca Marzullo sorgten in der Spitze für Alarm. Dass die WSV-Defensive gegen den Aufsteiger, der sich hier nicht verstecken wollte, kaum etwas zuließ, war ebenfalls gut zu sehen.

„Damit war ich sehr zufrieden“, sagte Alexander Voigt anschließend. Dass es insgesamt ein enges Spiel werden würde, habe er aber prognostiziert, zumal im ersten Pflichtspiel nach einem halben Jahr nicht alles habe funktionieren können. So nannte er den Verlauf der engen zweiten Hälfte vielleicht eine „Blaupause“ für die kommenden Wochen in einer Saison mit noch 39 (!) Spielen. Den Druck der ersten Hälfte konnte der WSV nämlich nicht aufrecht erhalten. Studtrucker, bei dem die Leiste wieder etwas zwickte, blieb vorsichtshalber in der Kabine, Pires fühlte sich in der nun offensiveren Rolle nicht ganz so wohl, und auch die Außen konnten, auch kräftemäßig, ihr Niveau nicht halten. Ahlen kam auf. Für frischen Wind sorgte deshalb nach 66 Minuten der kleine Flügelflitzer Joelle Tomczak, der das entscheidende WSV-Tor mit einem seiner Antritte direkt auf den Gegenspieler zu einleitete. Ahlen drängte zwar noch auf den Ausgleich, aber viel ließ der WSV in der Abwehr vor dem sicheren Niklas Lübcke nicht mehr zu.

„Heute war das Ergebnis wichtig, und dass wir ein gutes Gefühl mit in die weitere Saison nehmen können“, meinte Alexander Voigt abschließend und erntete vom gesamten WSV-Umfeld ein Nicken.