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95 Prozent der Corona-Infizierten in Wuppertal sind ungeimpft

Steigende Infektionszahlen : 95 Prozent der Corona-Infizierten in Wuppertal sind ungeimpft

Mit großer Sorge beobachtet die Wuppertaler Stadtspitze die aktuelle Entwicklung der Corona-Lage. Sie appelliert eindringlich an die Bürger, sich impfen zu lassen.

Oberbürgermeister Uwe Schneidewind sprach von einer „gewaltigen Dynamik“, die Gesundheitsdezernent Stefan Kühn anhand von Zahlen deutlich machte: Die Zahl der Infektionen hat sich innerhalb einer Woche verdoppelt, der Inzidenzwert stieg um 80 Prozent (Stand Donnerstag, 8 Uhr: 218,59) . Die Zahl der Neuinfektionen am Mittwoch von 213 sei der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie.

Die meisten Infizierten wüssten nicht, wo sie sich angesteckt haben, berichtete Johannes Slawig, Leiter des Krisenstabs. Ein Teil seien Reiserückkehrer, ein Teil stecke sich in der eigenen Familie an.

Auch die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern nehme zu, aktuell (Stand Mittwoch) seien es 35. Noch werden mit neun nur wenige auf der Intensivstation behandelt, acht werden beatmet. „Wir werden die Krankenhäuser im Blick behalten“, so Slawig.

Kühn berichtete, dass von den Infizierten 43 Prozent Kinder und Jugendliche unter 20 Jahre sind, weitere 16 Prozent gehören zur Gruppe der 20- bis 30-Jährigen. Damit sind fast 60 Prozent der Infizierte und 30 Jahre alt.

Daran zeige sich, so Kühn, dass die Impfung ein entscheidender Faktor sei. Deren Wirkung werde auch in den Senioreneinrichtungen deutlich, in denen es aktuell nur fünf Fälle gebe. In den Seniorenheimen hatte es in Lauf der Pandemie mehrere Ausbrüche auch mit zahlreichen Todesfällen gegeben. „Daran sieht man: „Impfen rettet Leben“, so Kühn. Wie wirksam die Impfung ist, sei auch an den Infizierten zu erkennen: 95 Prozent davon seien ungeimpft.

An den Schulen breiten sich die Ansteckungen aus. Allein in der ersten Hälfte der aktuellen Woche, von Montag bis Mittwoch, habe es 77 Schulen gegeben, an denen ein oder mehrere Infektionen entdeckt wurden, berichtete Kühn. „Ich kann nur an Eltern appellieren, sich selbst und ihre Kinder impfen zu lassen“, sagte Kühn.

Johannes Slawig kündigte erneut an, dass die Stadt das Angebot mobiler Impfungen ausweiten und auch Impfungen an Schulen für Kinder an zwölf Jahren anbieten will.

In der kommenden Woche werde die Stadt mit dem Rückbau des Impfzentrums beginnen. Geplant ist, die Fläche bis zum 30. September wieder frei zu machen. Allerdings gebe es inzwischen auch Diskussionen in Land und Bund, die Impfzentren länger stehen zu lassen, um sie etwa für eine mögliche dritte Impfung zu nutzen, erklärte Slawig.