Omikronvariante im Blick Anstieg der Corona-Zahlen in Wuppertal – Stadt von Entwicklung nicht überrascht

Wuppertal · Die Coronazahlen steigen wieder. In Wuppertal ist der Inzidenzwert aktuell 40 Prozent höher als vor einer Woche. Gesundheitsdezernent Stefan Kühn und Krisenstabsleiter Johannes Slawig erklären, dass sie die Situation genau beobachten, es derzeit aber keinen Grund zu größerer Besorgnis gibt.

 Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen ist in der Woche zwischen dem 2. und 9. Juni 2022 auch in Wuppertal wieder angestiegen.

Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen ist in der Woche zwischen dem 2. und 9. Juni 2022 auch in Wuppertal wieder angestiegen.

Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Der Inzidenzwert ist vom 2. Juni 2022 von 240 auf 340 am Donnerstag, 9. Juni, gestiegen. Die Zahl der aktuell infizierten Personen erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 1380 auf 1780. Auch die Zahl der Krankenhauspatienten sei wieder leicht angestiegen, berichtet Stefan Kühn: „Wir waren bei 48, jetzt sind es wieder knapp 60. Auf der Intensivstation sind es derzeit sechs.“ Damit entspreche die Entwicklung in Wuppertal der in ganz Deutschland.

Er führt das vor allem auf das veränderte Verhalten der Menschen zurück: „Wir haben nahezu alle Beschränkungen aufgehoben, die Menschen treffen sich und es werden Feste gefeiert. Das führt wieder zu steigenden Zahlen“, erklärt er. Das Virus sei eben nicht verschwunden.

Die neue Omikronvariante BA.5 sei nicht infektiöser als vorige Varianten, sie verbreite sich langsam. Und sie führe auch nicht zu schlimmeren Krankheitsverläufen. Insgesamt hält er die Situation nicht für dramatisch. Als Schutzmaßnahmen empfiehlt er: „impfen, impfen, impfen“. Dass die meisten Infektionsverläufe mild sind, liege an der Impfung. Und auch die Infektionsgefahr sei geringer: Unter den neu Infizierten sei der Anteil der Ungeimpften mit 40 Prozent überproportional groß.

Johannes Slawig, Leiter des Krisenstabs, sieht auch keine Gefährdung der kritischen Infrastruktur. „Wir haben immer noch einen erhöhten Krankenstand bei der Stadt von etwa 12 Prozent.“ Normal sei sieben bis acht Prozent. „Aber wir waren auch schon bei 16 Prozent.“ Die Ausfälle führten nicht zu größeren Ausfällen, nur zu verlängerten Wartezeiten etwa beim Einwohnermeldeamt. „Wir beobachten die Situation und lassen uns regelmäßig informieren“, sagt er. „Aktuell sehe ich keinen Grund zur Nervosität, die Lage ist entspannt.“ Vorsicht sei aber weiterhin angemessen. „Wir empfehlen, in den städtischen Gebäuden weiterhin Masken zu tragen und Abstand zu halten und die meisten halten sich auch daran.“

Er erwartet aber, dass im Herbst die Zahlen wieder deutlicher steigen. „Deshalb sollte man sich jetzt darauf vorbereiten“, fordert er. „Da ist bisher unzureichend geschehen.“ Für erneute staatliche Schutzmaßnahmen wie etwa eine Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden, Schließung von bestimmten Einrichtungen oder Abstandsregeln fehle aktuell die Gesetzesgrundlage. Wobei er sich auch gegen einen erneuten Lockdown ausspricht: „Eine Schließung von Schulen und Kitas will keiner.“ Dennoch ist er dafür, ein neues Infektionsschutzgesetz zu beschließen. „Es ist nicht gut, wenn das überhastet geschieht.“