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Was eine Abellio-Pleite für Fahrgäste in NRW bedeuten könnte

Bahnverkehr : Was eine Abellio-Pleite für Fahrgäste bedeuten könnte

Der Fahrgastverband Pro Bahn zeigt sich besorgt über eine mögliche Abellio-Pleite - und gibt Rat was nun zu tun ist.

Eine mögliche Insolvenz des Bahnbetreibers Abellio beschäftigt auch den Fahrgastverband Pro Bahn. Das momentane Abellio-Schutzschirmverfahren endet mit dem Monat September 2021.

Bis dahin bliebe nur noch wenig Zeit, um eine tragfähige Lösung für einen weiteren Betrieb zu finden, erklärt Pro Bahn. Sollte es zu keiner Einigung zwischen Land NRW und Abellio kommen, sind erhebliche Auswirkungen auf den Nahverkehr im gesamten Land abzusehen. Betroffen sind neben der Herzader des Ruhrgebiets, dem Rhein-Ruhr-Express, auch zahlreiche S-Bahn-, RE- und RB-Linien im Verkehrsbund Rhein-Ruhr.

Der Fahrgastverband zeigt sich sehr besorgt und appelliert an die Verhandlungspartner, schnell eine gütliche Einigung zu erzielen. Im Sinne der Verkehrswende sei es Fahrgästen in NRW nicht zuzumuten, nach Corona und nach zahlreichen GDL-Bahnstreiks nun auch noch weitere Einschränkungen im Nahverkehr zu erleben.

Auch bei den übrigen Betreibern wie Keolis, National Express oder DB Regio kommt es zu preislichen Nachverhandlungen, schließlich bewegen sich auch dort Kosten und Einnahmen in schwierigem Verhältnis. Als langfristige Lösung muss in neuen Ausschreibungen künftig mehr Fokus auf Qualitätskriterien und realistische Finanzierung gelegt werden, fordert Pro Bahn.

Auch die zunehmende Zahl von Verspätungen und Zugausfällen aufgrund von Baustellen oder Störungen im Bahnnetz ist laut Pro Bahn besorgniserregend. Bislang müssen die Eisenbahnverkehrsunternehmen hierfür Pönale zahlen, auch wenn sie nicht dafür verantwortlich sind. Das Pönalsystem muss so angepasst werden, dass die tatsächlichen Verursacher (Netzunternehmen, Eisenbahnverkehrsunternehmen, Dritte usw.) zur Kasse gebeten werden, fordert der Fahrgastverband.

Auch die Planung von Baustellen im Netz muss nach Verbands ansicht verbessert werden. Derzeit seien bei Baustellenfahrplänen Verspätungen oft programmiert. Ansonsten drohe der deutsche SPNV-Markt für andere Anbieter als DB Regio nicht mehr berechenbar zu sein.

(red)