Sprockhövel hat eine neue Wirtschaftsförderin

Wirtschaft : Sprockhövel hat eine neue Wirtschaftsförderin

Mit Maren Schlichtholz (25) präsentiert die Verwaltung eine junge Fachkraft.

Mit Maren Schlichtholz hat die Stadt eine neue Wirtschaftsförderin. Damit ist die vakante Stelle, die nach dem Weggang von Vorgängerin Myrjam Passing entstand, wieder besetzt. Passing hatte, wie berichtet, Ende September zum Ende ihrer Probezeit gekündigt, weil ihr unter anderem die Fahrtzeit von ihrem Wohnort Köln zur Arbeitsstelle in Sprockhövel zu lang war.

Schlichtholz, die von der Regionalen Wirtschaftsförderung der Region um Frankfurt in die Sprockhöveler Verwaltung wechselt, zieht gleich in die Region um und mit ihrem in Herdecke lebenden Freund zusammen. Den Kontakt zu der 25-jährigen BWL- und Tourismusabsolventin mit Master in Tourismus/Regionalplanung hatten die Verantwortlichen der Stadt selbst aufgenommen. „Kennengelernt hatten wir uns ja schon vorher. Daher wusste jeder viel über die andere Seite Bescheid“, sagt die neue Verwaltungsfrau, die mit der Verwaltungsspitze schnell übereinkam.

Schlichtholz war ihrerseits mit ihrer Vorgängerin gemeinsam in der engen Auswahl gewesen. Hatte aber am Ende vorerst das Nachsehen. Womöglich gab seinerzeit die altersbedingte Erfahrung den Ausschlag für die personelle Entscheidung für Passing. Denn hinsichtlich der Ausbildung ist Schlichtholz ebenbürtig. Dementsprechend selbstbewusst gibt sich die Bayerin, wenn sie auf ihr Alter angesprochen wird. „Das mag im ersten Moment jung erscheinen. Klar ist jedoch, dass ich der Aufgabe gewachsen bin, und durch meinen vorherigen Job Berufserfahrung mitbringe.“ Dort hat sich die ehemalige Fußballerin um internationales Standortmarketing der Regionalen Wirtschaftsförderung in Europa gekümmert.

In Sprockhövel gibt es viele Möglichkeiten zur Gestaltung

An Sprockhövel reizt Schlichtholz, dass sie im Gegensatz zur Metropole in Frankfurt mehr Möglichkeiten zur inhaltlichen Gestaltung hat. Zudem sei man in so einer kleinen Gemeinde eher im Geschehen. So sei beispielsweise durch den direkten Kontakt mit dem Einzelhandel die Aufgabe zwar kleinteiliger, dafür könne man aber auch gemeinsam mehr bewirken. So gehörten gemeinsame Kennenlernbesuche an der Seite des Beigeordneten Volker Hoven zu den Hauptaktivitäten der ersten Wochen.

Auch mit dem Stadtmarketing und dem Werbering Haßlinghausen trat die Wirtschaftsförderungs-Chefin in Kontakt und hat sich mit den Verantwortlichen ausgetauscht.

Neben dem Einzelhandel gehört die Förderung des Tourismus, das Netzwerken durch Messen und die Vermarktung der Gewerbeflächen sicherlich zu den Hauptaufgaben von Schlichtholz, die gerade daran arbeitet, eine eigene Struktur in  die Vorhaben zu bringen. Ob sie einen Global-Player aus der Frankfurter Region nach Sprockhövel ziehen kann, vermag Maren Schlichtholz nicht zu sagen, betont aber auch, dass sich Sprockhövel keinesfalls verstecken muss.

„Mit der Nähe zur Autobahn haben wir einen wichtigen Standortvorteil. Diese und weitere Vorzüge gilt es jetzt zu analysieren und gut zu vermarkten“, sagt die ehrgeizige Mitarbeiterin, die Sprockhövel als aktive Stadt noch stärker sichtbar machen will. Dazu zähle aber auch die gesamte Region Ennepe-Ruhr. Daher favorisiert sie auch die gemeinsame Vermarktung mit der EN-Agentur als Region.

Schlichtholz möchte aber nichts überstürzen, alles wohl überlegt angehen. „Wenn man Sachen nicht anpackt, kann man es nicht voranbringen“, sagt Schlichtholz, die in ihrer Freizeit gerne tanzt.