1. NRW
  2. Rhein-Kreis Neuss
  3. Neuss

Vorletzte Hauptschule vor dem Aus

Vorletzte Hauptschule vor dem Aus

Zu wenig Anmeldungen: Sukzessive Auflösung soll beschlossen werden.

Neuss. Wenn am Mittwoch ab 17 Uhr der Schulausschuss tagt, birgt Tagesordnungspunkt 3 Brisanz.

Die Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen weisen für die Geschwister-Scholl-Hauptschule 14 Kinder aus: Die Mindestgröße zur Bildung einer Eingangsklasse liegt allerdings bei 18. So wird der Schulausschuss aller Wahrscheinlichkeit beschließen, dass diese Schule sukzessive aufgelöst wird.

Die 14 angemeldeten Jungen und Mädchen könnten an der Bergheimer Straße aufgenommen werden — der einzigen dann noch nicht in Auflösung befindlichen Hauptschule. Aber wie geht es weiter an der Geschwister-Scholl-Schule?

Die Grünen kündigten am Dienstag einen Antrag für den Ausschuss an, die Umwandlung der Schule in Derikum in eine Sekundarschule zu prüfen. Eine vierte Gesamtschule, wie sie von der SPD gefordert wird, sehen sie in diesem Zusammenhang nicht.

Dieter Zander verweist darauf, von den 215 an den Gesamtschulen abgewiesenen Schülern hätten nur elf eine Empfehlung für das Gymnasium oder eine eingeschränkte Gymnasialempfehlung. Eine neue Gesamtschule mit einer weiteren Oberstufe sei deshalb „weniger sinnvoll“.

In der Sekundarschule können Kinder unabhängig ihrer Empfehlung für weitere sechs Jahre gemeinsam zur Schule gehen. Im Unterschied zur Gesamtschule verzichtet die Sekundarschule auf die Oberstufe und geht eine Kooperation mit einem Gymnasium oder einer Gesamtschule ein. Eine neue Sekundarschule könne am Standort der Geschwister-Scholl-Schule eingerichtet werden, um den Neusser Süden abzudecken, heißt es bei den Grünen.

So weit will die CDU noch nicht gehen. Auch deren schulpolitische Sprecherin Anne Holt sieht zwar keine Chance, noch eine Eingangsklasse an der Geschwister-Scholl-Schule zu bilden. Und grundsätzlich, betont sie, stehe man der Einrichtung einer Sekundarschule offen gegenüber.

An der Geschwister-Scholl-Schule solle aber versucht werden, alle jetzt dort lernenden Kinder bis zum Abschluss zu führen. Das schlage auch die Verwaltung vor, die auch mit zusätzlichen Fördermaßnahmen aus den Bereichen Sport oder Kultur den Fortbestand — ohne weitere neue Schüler — möglich machen will. Das halte sie durchaus für sinnvoll, sagt Anne Holt.

Die SPD bleibt bei ihrer Forderung nach einer vierten Gesamtschule. „Die Zahlen zeigen klar das Bedürfnis danach“, sagt Fraktionschef Reiner Breuer. Er schließe nicht aus, auch die Einrichtung einer Sekundarschule zu prüfen. Die Überhänge seien so groß, dass beide Möglichkeiten ins Auge zu fassen seien. „Priorität hat allerdings klar die Gesamtschule.“ Über Standorte zu reden, sei jetzt noch viel zu früh. „Es geht um das Schuljahr 2013/14. Eine Entscheidung muss bis Ende des Jahres fallen.“