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Allerheiligen puscht Wohnungsmarkt

Allerheiligen puscht Wohnungsmarkt

Verstärkter Kauf von neuen Ein- und Zweifamilienhäusern, kaum Markt für neues Wohnungseigentum.

Neuss. „Belebung“ nennen es die Fachleute: Nach Jahren des Rückgangs, dann der Stagnation, hat sich der Trend zu mehr Umsätzen auf dem Grundstücksmarkt im vergangenen Jahr fortgesetzt. Um 10 Prozent ist die Zahl der Kauffälle gestiegen, 1484 Transaktionen registrierte der Gutachterausschuss. Diesem Gremium müssen die Notare alle Kaufverträge anzeigen.

Am deutlichsten ist der Schub beim Verkauf unbebauter Grundstücke für den Wohnungsbau. In Allerheiligen haben vor allem Bauträger massiv gekauft, sie bauen dort und verkaufen schlüsselfertige Häuser. Ein Umsatz von 24,5 Millionen Euro bedeutet fast eine Verdopplung gegenüber 2010 und einen Wert wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Im Vergleich dazu dümpelt der Markt für neu erstelltes Wohnungseigentum nach wie vor. 60 Kauffälle wurden dem Gutachterausschuss angezeigt; vor allem im Marianum und, eine Besonderheit, als Wohneigentum verkaufte Reihenhäuser in Allerheiligen. „60 Verkäufe, das ist trotz leichter Steigerung eine sehr kleine Zahl“, sagt Peter Rath, seit vielen Jahren Vorsitzender des Gutachterausschusses: „Wir hatten mal 320 Verkäufe.“

Die Tendenz gehe eindeutig zum schlüsselfertigen Reihenhaus. Der Markt für neue „normale“ Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern in mittleren Wohnlagen ist fast zum Erliegen gekommen.

Anders bei gebrauchten Eigentumswohnungen: Erstmals seit 2005 wurde wieder ein Umsatz von mehr als 40 Millionen Euro erreicht. Der mittlere Kaufpreis lag bei 1290 Euro je Quadratmeter.

Schon 2010 hatte die Zahl der Verkäufe von neu bebauten Grundstücken angezogen, dieser Trend verstärkte sich 2011. 123 Ein- und Zweifamilienhäuser wurden vor allem in Allerheiligen, an der Fährstraße in Grimlinghausen und an der Frankenstraße/Berliner Straße verkauft, doppel so viel wie 2009.

Einen Rekord gab es beim Verkauf gebrauchter Ein- und Zweifamilienhäuser, wohl nicht zuletzt der angekündigten Erhöhung der Grunderwerbssteuer geschuldet: Die Umsätze steigerten sich bei leicht gestiegenen Preisen um mehr als 20 Prozent auf 100 Millionen Euro.

Gesunken ist übrigens die Zahl der Zwangsversteigerung. Bei 54 Fällen wurden 5 Millionen Euro erzielt.