Neuss: Zukunft der Realschulen noch unklar

Neuss: Zukunft der Realschulen noch unklar

Schulausschuss: Die beiden Grundschulen bleiben erhalten. Die Errichtung einer dritten Gesamtschule ist beschlossen.

Neuss. Bei der entscheidenden Schulausschusssitzung am Donnerstag konnten die Gegner der Schulschließungen einen Teilerfolg für sich verbuchen: Die Auflösung der beiden Grundschulen ist vom Tisch. Die Politik stimmte geschlossen für den Fortbestand von Barbara- und St.Hubertusschule. "An beiden Standorten muss jetzt wieder Ruhe einkehren", betonte CDU-Schulexperte Andreas Hamacher.

Der Ausschuss war sich zudem gegen die Stimmen der Linken einig, die Hauptschule an der Gnadentaler Allee sukzessive aufzulösen. Alle Parteien bedauerten diesen Schritt. "Die Entscheidung ist sehr bitter, aber die Schülerzahlen sind konstant rückläufig", begründete Gisela Hohlmann (SPD) die Entscheidung. Bei der Abwicklung sollen die Wünsche der Schule berücksichtigt werden. Auch das wurde auf Vorschlag der SPD beschlossen.

Fest steht nun auch, dass in der Nordstadt eine dritte integrative Gesamtschule errichtet wird. Die Schule soll am Standort Leostraße/Frankenstraße gegründet werden und in der Sekundarstufe 1 vierzügig sowie in der Stufe 2 zweizügig geführt werden. Der Schulbetrieb soll zum 1. August 2011 beginnen. Die Entscheidung wurde mit einer Gegenstimme (Rhode, FDP) und einer Enthaltung (Broll, FDP) getroffen.

Noch keine Entscheidung fiel zur Zukunft der beiden Realschulen. Deren Fortbestand hängt nun von der Schulaufsicht bei der Bezirksregierung ab. Hintergrund: Im Grundsatz - als Variante A favorisiert - sprach sich die große Mehrheit von CDU, SPD, FDP für den Erhalt von beiden Realschulen aus, wobei der Ausnahmecharakter der Mildred-Scheel-Realschule für Mädchen als Argument hervorgehoben wurde.

Der Bürgermeister (erstmals bei einer Schulausschusssitzung anwesend!) befürwortet die Variante B, bei der Christian-Wierstraet-Schule und Mildred-Schule fusionieren, Mädchenklassen aber erhalten bleiben. Er machte klar, dass es rein mathematisch nicht möglich sei, auf Dauer den Fortbestand von beiden Realschulen und einer neuen Gesamtschule zu sichern.

Der Schulausschuss legte sich nun darauf fest, beide Varianten von der Bezirksregierung prüfen zu lassen. Heißt: Wird Variante A (Erhalt der beiden Realschulen) in Zusammenhang mit der Errichtung der neuen Gesamtschule von Düsseldorf nicht genehmigt, soll Variante B (Fusion) beantragt werden.

Ein entsprechender Beschlussvorschlag soll rechtlich einwandfrei am Freitag von der Verwaltung erarbeitet und am Nachmittag im Stadtrat abgestimmt werden. Diese "Doppel-Strategie" befürworteten CDU und SPD. Grüne und Linke äußerten Bedenken. "Man kann nicht einfach auf das Prinzip Hoffnung setzen, man kann es einfach nicht allein nach dem Motto ,Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass’ allen Recht machen", sagte Dieter Zander (Grüne).

Auch der Bürgermeister hatte zuvor klar für die Fusion der Schulen plädiert: Man dürfe jetzt "keine Pilatus-Beschlüsse" fassen, so Stadtchef Herbert Napp.

Mehr von Westdeutsche Zeitung