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Neuss verliert Abstiegs-„Endspiel“

Neuss verliert Abstiegs-„Endspiel“

Tennis-Bundesligist unterlag Reutlingen mit 1:5. Jetzt wird der Klassenerhalt schwer — zumal auch Balasz auszufallen droht.

Neuss. Dem TC Blau-Weiss Neuss droht der erneute Abstieg aus der Tennis-Bundesliga. Im vermeintlichen „Endspiel“ um den Klassenerhalt kassierte der Aufsteiger eine 1:5-Schlappe gegen den bisherigen Tabellenletzten TV Reutlingen. Mindestens ebenso schlimm dürfte die Neusser der drohende Ausfall ihres Spitzenspielers Attila Balasz treffen, der am Sonntag wegen Leistenbeschwerden nur zum Doppel antrat.

Das Problem: Der Ungar hat für das in dieser Woche laufende Challenger-Turnier in Pullach bei München gemeldet. Tritt er bei den Isar Open wegen Verletzung nicht an, ist er automatisch für das nächste Wochenende gesperrt, an dem die letzten beiden Bundesliga-Spiele am Samstag und Sonntag ausgetragen werden.

„Jetzt wird es für uns ganz schwer. Ich weiß im Moment überhaupt noch nicht, wen wir in den letzten Spielen einsetzen können“, sagt der Neusser Teamchef Marius Zay mit Blick auf die Partien beim Noch-Meister TC Blau-Weiss Halle am Samstag und dem Heimspiel gegen Blau-Weiss Krefeld am Sonntag (11 Uhr).

Zwei Teams steigen ab. Neuss hat nun ebenso wie Reutlingen und TK Aachen vier Punkte. Auch der Gladbacher HTC und der Kölner THC (jeweils sechs Punkte) sind noch nicht durch.

Weil am Sonntag neben Balasz auch noch Uladzimir Ignatik wegen Ellbogenbeschwerden ausfiel, konnte Zay eine nur bedingt konkurrenzfähige Formation auf die heiße Asche an der Jahnstraße schicken. Zdenek Kolar (2:6, 3:6 gegen Lorenzo Sonego) und Vaclav Safranek (2:6, 2:6 gegen Andrea Arnaboldi) waren ohne eine echte Chance. „Sie waren auch müde von den Turnieren in dieser Woche“, suchte Trainer Clinton Thomson nach einer Erklärung. Danach zeigte Botic Van De Zandschulp — in der Vorwoche noch der strahlende Held beim Überraschungscoup in Mönchengladbach — gegen Michael Berrer mal wieder die dunkle Seite seines „Enfant-terrible-Gemüts“. Gegen den 38-Jährigen, der mal die Nummer 42 der Welt war, aber längst nicht mehr im Turnierzirkus aktiv ist, fand der Neusser beim 1:6, 3:6 überhaupt keine Einstellung. „Klar hat Berrer kein besonders schönes Tennis gespielt, aber darauf kommt es in der Bundesliga auch nicht an. Das hat Botic offenbar noch nicht begriffen,“ schimpfte BW-Vorsitzender Abraam Savvidis.

Dass es anders geht, zeigte Bernabe Zapata Miralles gegen Jordi Samper-Montana. Er gewann 6:4, 6:4 und bewahrte den Gastgebern so die Chance auf ein Unentschieden, das im Abstiegskampf Gold wert gewesen wäre. Doch diese Hoffnung machte schon die Doppelaufstellung zunichte. Zay schickte den angeschlagenen Balasz mit dem zuvor enttäuschenden Van De Zandschulp auf den Center Court. Gegen Sonego/Arnaboldi versagten beide aber kläglich — 3:6, 2:6. Und weil auf dem Nebenplatz Kolar/Safranek ihre anfängliche Souveränität und schließlich auch das Match gegen Berrer/Samper-Montana mit 6:3, 5:7, 11:13 verloren, und weil Aachen überraschend mit 4:2 in Köln gewann, steht Neuss wieder auf einem Abstiegsplatz.