Rohrspülung stört Anwohner

Wegen der Hitze sind die neuen Leitungen der GWG verkeimt. Das Unternehmen spült sie daher derzeit Tag und Nacht.

Grevenbroich. An der Ecke Kolpingstraße/Herkenbuscher Weg rauscht es wie ein Wasserfall. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden sind die Fließgeräusche zu hören — „und das nervt manchen Anlieger, der in der Nähe wohnt“, schildert der Südstädter Claus Schäfer. Grund für das stete Plätschern ist eine neue Trinkwasser-Transportleitung, die gespült werden muss. Das soll noch einige Tage dauern.

Der Versorger GWG erneuert seine Wasserleitungen. Schrittweise werden Gussrohre, die noch aus den 50er und 60er Jahren stammen, gegen moderne aus Kunststoff ausgetauscht. Auf der Kolpingstraße in der Südstadt laufen die Arbeiten bereits seit einigen Monaten, sie werden in Richtung Aluminiumstraße fortgesetzt.

Bevor die neuen Rohre in Betrieb gehen können, müssen sie mehrfach mit Wasser gespült und desinfiziert werden, anschließend werden Proben entnommen. „Die Analysewerte waren bislang für uns nicht zufriedenstellend — ausschlaggebend waren die hohen Temperaturen“, sagt GWG-Sprecherin Ursula Wolf-Reisdorf. Somit müssten Spülungen und Untersuchungen länger als üblich fortgeführt werden — und zwar so lange, bis dass die geforderten Parameter erreicht worden sind.

Tagsüber bis 21 Uhr werden deshalb rund 80 000 Liter Wasser pro Stunde durch die Leitungen mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern gepumpt, nachts sind es sogar 100 000 Liter pro Stunde. Wolf-Reisdorf geht davon aus, dass das Prozedere nicht mehr lange andauern wird. „Wenn es in den nächsten Tagen abkühlt, können wir die Maßnahme bis Anfang nächster Woche abschließen“, sagt die Unternehmenssprecherin.

Die betroffenen Anlieger hätten keine Nachteile, sie werden weiterhin über die alte Transportleitung mit Trinkwasser versorgt. „Die neue geht erst in Betrieb, wenn wir 100-prozentige Sicherheit haben“, sagt Ursula Wolf-Reisdorf. Wer von der Aktion profitiere, sei die Stadt, denn das „Spülwasser“ fließt über den Gully direkt in den Kanal, der damit gereinigt wird — und so trotz der Hitze nicht stinkt.

Was den Verbrauch in der Südstadt betrifft: In Grevenbroich muss sich niemand Sorgen um das Trinkwasser machen, es sei „genug vorhanden“, teilt GWG mit. Im Stadtgebiet werden derzeit durchschnittlich zwölf Millionen Liter pro Tag konsumiert. Der Spitzenwert habe in diesem Sommer bei 20,3 Millionen Liter am Tag gelegen. Das liegt knapp unter dem Spitzentageswert von 21 Millionen Litern, die im Rekordsommer 2003 in die Grevenbroicher Haushalte flossen. Sollten die Temperaturen wie angekündigt auf 39 Grad steigen, könne dieser Wert geknackt werden, meint die Unternehmenssprecherin.

Trotz der großen Hitze: Die Qualität des Trinkwassers, das auf dem Fürther Galgenberg aus einer Tiefe von mehr als 200 Metern gefördert wird, ist laut GWG sehr gut. „Und es kommt nach wie vor angenehm kühl aus dem Wasserhahn“, sagt Ursula Wolf_Reisdorf.