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Die Weichen für neues Gewerbegebiet sind gestellt

Die Weichen für neues Gewerbegebiet sind gestellt

Neuss und Dormagen unterzeichnen Rahmenvertrag. Das brachliegende Gelände am Silbersee ist 100 Hektar groß.

Dormagen/Neuss. Nach rund 50 Jahren wollen die beiden Städte Neuss und Dormagen das brachliegende Gelände am Silbersee mit Leben füllen. Der Neusser Bürgermeister Herbert Napp und sein Dormagener Kollege Peter-Olaf Hoffmann sowie RWE-Bereichsleiter Alois Herbst haben jetzt einen Rahmenvertrag, der die gemeinsame Entwicklung dieses ersten interkommunalen Projektes festlegt, unterzeichnet.

Auf dem rund 100 Hektar großen Areal soll ein Industrie- und Gewerbegebiet entstehen, von dem alle drei Vertragspartner profitieren wollen. Größter Flächeneigentümer ist RWE Power mit über 50 Prozent, 30 Hektar groß ist der See und 15 Hektar sind im Eigentum der Stadt Neuss. Dormagen plant angrenzende Flächen gleichzeitig zu erschließen, so dass das Areal als interkommunales Industrie-und Gewerbegebiet realisiert werden kann.

„Das ist ein freudiges Ereignis. Lange ist nichts auf dem früheren Betriebsgelände der Zinkhütte passiert“, sagt Hoffmann. Zudem betonte er, das die Stadt dringend neue Gewerbeflächen benötige, auch mit Blick auf die schlechte Finanzlage.

Anfragen von Unternehmen gebe es bei beiden Städten genügend, doch vorhandene Flächen seien oft zu klein, erklärt Hoffmann. Mit Ungeduld warte auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke auf die Entwicklung des Gebietes, damit das Haushaltssicherungskonzept hoffentlich alsbald aufgehoben werden könne.

Für den Neusser Bürgermeister stellt diese Flächenentwicklung eine Möglichkeit zur industriellen Standortsicherung dar: „Wir sind ein Industriestandort und möchten mit dieser bewussten Hinwendung zur Industrie Arbeitsplätze sichern und Möglichkeiten zur Ausweitung von bestehenden Anlagen im Neusser Süden bieten.“

Als ausgezeichnet geeignet stufte auch das Land NRW diese industrielle Brache ein, da ein direkter Zugang zum Rhein mit angrenzendem Hafen sowie eine Schienenanbindung vorhanden ist. Der hingegen fehlende Autobahnanschluss bereitet den drei Vertragspartnern keine Kopfschmerzen. „Wir sind im Gespräch. Es wird nicht leicht, aber es ist auch nicht unmöglich“, meint Hoffmann.

Dass dieses Gebiet, das fünf Jahrzehnte sich selbst überlassen war, mehr Probleme bei der Umgestaltung zum Industriegebiet bereiten wird als eine neue Fläche, sei klar, meint Napp. „Das Gelände ist wahnsinnig groß und hat sich selbst entwickelt, das wird Probleme geben.“

Für den dritten Vertragspartner RWE sind solche Probleme keine große Hürde, denn die Entwicklung von Industrieflächen manage der Konzern regelmäßig, erklärte Bereichsleiter Alois Herbst. Fauna und Flora sollen dabei nicht vernachlässigt werden. So sei denkbar, dass bestehende Grünflächen zum Teil erhalten bleiben und grüne Oasen gebildet werden.

Der Rahmenvertrag stellt eine verbindliche Absichtserklärung dar und regelt auch, dass die Vertragspartner die Kosten für die Entwicklung, Erschließung und Vermarktung der jeweiligen Flächen selbst finanzieren müssen. Hoffmann rechnet mit einem Beginn der Realisierung innerhalb der nächsten zwei Jahre. Zuvor gelte es, diverse Gutachten einzuholen. Zudem muss der Flächennutzungsplan geändert werden.