Sonja Bertini: Politisch, aber ohne Parteibuch

Sonja Bertini: Politisch, aber ohne Parteibuch

Die Parteivorstände von FDP, SPD und UWG stellen Sonja Bertini als gemeinsame Kandidatin auf.

Meerbusch. Die Findungskommission hat getagt und wurde fündig: Sonja Bertini, Verwaltungsfachangestellte aus Krefeld mit 30 Jahre Erfahrung in verschiedenen Funktionen einer Stadtverwaltung und des Landtags, soll im Mai für die „Oppositionsparteien“ FDP, SPD und UWG als Bürgermeisterin kandidieren.

„Die Findungskommission hat mich überzeugt, dass ich die Richtige bin“, sagt die 46-Jährige. „Ich bin ein sehr politischer Mensch, aber völlig parteilos.“

Aus der Findungskommission, aus der sich Grüne und Zentrum zurückgezogen hatten, wurde die Krefelderin ins Spiel gebracht. „Ich bin nicht auf die Welt gekommen und wollte Prinzessin oder Bürgermeisterin von Meerbusch werden“, sagt Bertini. Doch nachdem sie angesprochen worden sei, habe sie sich intensiv mit dem Gedanken beschäftigt. Überzeugt hat sie unter anderem das Novum, dass sich inhaltlich einander durchaus fremde Parteien — Sozialdemokraten, Liberale und UWG — zusammenfinden, um mit einem gemeinsamen Kandidaten ihre Chance zu suchen. Eine neue Konstruktion, ein neuer Weg, „da passt vielleicht auch eine neue Kandidatin“, sagt Bertini.

Aus ihrer bisherigen Berufstätigkeit kennt die Krefelderin Verwaltung und weiß, wie Politik gemacht wird. „Die Rolle des Bürgermeisters ist die eines Moderators und Vermittlers“, sagt Sonja Bertini. „Er muss die unterschiedlichen Leute an einen Tisch bringen, um eine gemeinsame Lösung zu bekommen.“ Die Kommunikation zwischen Verwaltung und Politik stimme vielfach nicht mehr.

Einen „Neuanfang für Meerbusch mit viel Herz und ganz viel Sachverstand“ — das versprechen sich FDP, SPD und UWG von ihrer gemeinsamen Bürgermeisterkandidatin. „Sonja Bertini ist aufgrund ihrer hervorragenden Qualifikation und vielfältigen Erfahrung bestens vorbereitet auf die Funktion als Bürgermeisterin in Meerbusch“, sagt die SPD-Vorsitzende Heidemarie Niegeloh.

„Die endgültige Entscheidung über die Bürgermeisterkandidatur treffen aber die Mitgliederversammlungen der Parteien“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Klaus Rettig. Er ist „bei unserer überzeugenden Kandidatin sehr optimistisch und zuversichtlich“.

„Sonja Bertini ist für die Verwaltungs-, die Ratsarbeit und die Repräsentation top“, sagt Andreas Brauer (UWG). Während die UWG sich in einer Mitgliederversammlung bereits einstimmig für die Krefelderin ausgesprochen hat, müssen die Mitglieder von SPD und FDP noch über die Nominierung von Bertini entscheiden.

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