„Unser teuerstes Projekt“

Der Heimatkreis Lank schafft für 180 000 Euro Denkmal an Stephanus-Kirche.

Lank-Latum. 2014 wird für die 505 Mitglieder des Heimatkreises Lank ein besonderes Jahr — weil der Besuch der Gäste aus Missouri bevorsteht (siehe Kasten), vor allem aber, weil ein lang ersehntes Projekt endlich umgesetzt wird.

Auf Initiative der Heimatfreunde wurden 2010 Ausgrabungen an der St. Stephanuskirche in Lank vorgenommen, um den Grundriss der romanischen Vorgängerkirche zu bestimmen. Dabei traten sogar Überreste eines noch viel älteren Sakralbaus, vermutlich aus der Karolinger Zeit, zutage. Beides, da war man sich schnell einig, sollte für die Nachwelt sichtbar gemacht werden.

Jetzt ist es soweit: „Die technische Detailplanung ist fertig, die Ausschreibungen starten. Und auch vom Landesverband liegt eine schriftliche Zusage auf Förderung vor“, erklärt Geschäftsführer Franz-Josef Jürgens. Die Finanzierung sei gesichert, allein 100 000 Euro betrage der Eigenanteil. Geld erhoffe sich der Verein noch von der NRW-Stiftung, sagt der Vorsitzende Franz-Josef Radmacher. „Es wird mit insgesamt rund 180 000 Euro das teuerste Projekt, das wir je gemacht haben.“

Spiele die Witterung mit, könne im Frühjahr losgelegt werden. Das Bodendenkmal bleibe unangetastet. Auf dem abfallenden Gelände sollen die Grundrisse in zwei verschiedenfarbigen Steinformationen von hoher Qualität sichtbar gemacht und dementsprechend auf dem Kirchvorplatz im Pflaster fortgesetzt werden, so Jürgens.

Auch eine neue Ausgabe des Heimatblattes „Dä Bott“ wird es 2014 geben, am Freitag wurde aber erst einmal die aktuelle Ausgabe präsentiert. Auf über 100 Seiten haben Autoren sich mit der Heimat- und Regionalgeschichte beschäftigt.

Walter Spoerle ist zum Beispiel dem Rätsel nachgegangen, wie römische Badeutensilien aus Latum im 19. Jahrhundert in einem britischen Museum landeten. Theo Haefs hat sich dagegen mit einer von Haus Latum gestifteten Monstranz beschäftigt, die er in der Sakristei von St. Stephanus fand. Franz-Josef Radmacher wiederum hat Latumer Wurzeln im Dorf St. Thomas in Missouri ausgegraben, während sich Johannes Toups den „Langst-Kierster Kohleprozess“ vorgenommen hat. Was die Autobahnkapelle an der Geismühle mit Borussia Mönchengladbach zu tun hat, verrät Peter Dohms.

Es gibt darüber hinaus ausführliche Nachrufe über Addo Winkels, Karl Schmalbach oder Pfarrer Willi Dapper sowie erstmals die Rubrik „Fauna und Flora“.

“ „Dä Bott“ ist in einer Auflage von 600 Stück erschienen und kann beim Heimatkreis für eine Schutzgebühr von fünf Euro angefordert werden.

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