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Wird der Hundekot-Beutel in Grevenbroich zur Pflicht?

Stadt prüft neue Verordnung : Grevenbroich prüft Bußgeld für Gassigänger ohne Kotbeutel

Hundehalter könnten künftig zur Kasse gebeten werden.

Alle sechs Monate werden die etwa 40 Hundekotbeutel-Spender rund um die Innenstadt aufgefüllt: 100 000 Tüten sind dann fällig. Gut möglich, dass die bald einen noch reißenderen Absatz finden werden. Denn im Rathaus wird geprüft, ob jeder Hundehalter künftig einen Kotbeutel mit sich tragen muss, wenn er Gassi geht.

Die „Tretminen“ auf Bürgersteigen, an Straßenrändern oder in Grünanlagen sind immer wieder ein Aufreger-Thema. Längst nicht jeder Halter nimmt das Ergebnis des Hundegeschäfts mit und entsorgt es in einem Abfalleimer. Zwar bittet die Stadt mit Beträgen von 70 und 140 Euro kräftig zur Kasse, wenn jemand die Hinterlassenschaft seines Tieres liegen lässt – doch: Kontrollen des Ordnungsamtes sind bisher kaum wirksam. „Um Hundebesitzern einen Verstoß nachzuweisen, müssen wir schon beobachten, dass ihr Hund sein Geschäft verrichtet und sie dann den Kot liegen lassen“, sagt Stadtsprecher Stephan Renner. Die Überlegung für eine Kotbeutel-Mitführpflicht sei der Versuch, „eine bessere Handhabe zu bekommen, um den Hundebesitzer in die Pflicht zu nehmen“.

Die Stadt Wuppertal hat bereits Konsequenzen gezogen. „Es war bei uns schon immer Pflicht, beim Spaziergang mit Hund ein Behältnis mitzuführen, in dem man den Kot aufnehmen kann. Doch wenn es zu Kontrollen kam, wurde auch mal ein Papiertaschentuch oder eine Handtasche vorgezeigt“, erläutert Thomas Eiting von der Pressestelle der Stadt. Im Sommer sei dann die Straßensatzung geändert worden. „Nun muss definitiv ein Kotbeutel dabei sein.“ In Grevenbroich stehen Entscheidungen wie diese noch aus, in diesem Jahr sei mit einer Mitführpflicht nicht zu rechnen“, sagt Stephan Renner.

Die Beutel werden derzeit
durch Spenden finanziert

Auf Initiative des Werberings wurden vor einigen Jahren etliche Kotbeutel-Spender in der Innenstadt aufgestellt, ebenso an den Hauptspazierwegen, die in den Bend führen. „Sie werden rege genutzt“, sagt Mit-Initiator Victor Göbbels. „Jedes halbe Jahr müssen sie aufgefüllt werden.“ Die Beutel werden hauptsächlich durch Spenden finanziert, etwas mehr als 1400 Euro müssen dafür jährlich zusammen kommen.

Sollte es zu einer Mitführ-Pflicht kommen, befürchtet Göbbels, dass es zu einem größeren „Run“ auf die Boxen kommen wird. Und er stellt klar: „Die darin enthaltenen Tüten sind nur für den Notfall gedacht – also für den Fall, wenn jemand seine eigenen Beutel zu Hause vergessen hat.“ Die gebe es im Handel für Tierbedarf – „und zwar für wenig Geld“. Was Victor Göbbels vermisst, sind ausreichend Papierkörbe, in der die gefüllten Beutel entsorgt werden können. „Es ist nicht ganz angenehm, mit einer vollen Kottüte, die in der Regel nicht geruchsdicht ist, durch die Gegend zu laufen und keinen Papierkorb zu finden“, sagt der Hundehalter. Hier müsse entsprechend nachgesteuert werden. Bürgermeister Klaus Krützen erwiderte, dass die Stadt an manchen Stellen Abfallkörbe abgebaut habe, weil die immer wieder mit Hausmüll gefüllt worden seien.