Dorfgemeinschaft sucht neuen Vorsitzenden Verein „Unser Neukirchen“ droht nach 20 Jahren die Auflösung

Neukirchen · Er sorgt für das Weihnachtsbaumfest, kümmert sich um die Festbeleuchtung, den Blumenschmuck und viele andere Dinge im Dorf. Doch nun steht der Verein „Unser Neukirchen“ kurz vor dem Aus. Bisher hat sich niemand gefunden, der den Vorsitz übernehmen möchte.

 Im Frühjahr hatte „Unser Neukirchen“ den ersten, öffentlich zugänglichen Defibrillator in der Ortsmitte installiert.

Im Frühjahr hatte „Unser Neukirchen“ den ersten, öffentlich zugänglichen Defibrillator in der Ortsmitte installiert.

Foto: Georg Salzburg (salz)

Der vor rund 20 Jahren gegründete Dorfverein „Unser Neukirchen“ steht vor einer entscheidenden Jahreshauptversammlung. Findet sich am Freitag erneut kein Kandidat für das Amt des Vorsitzenden, droht der Gemeinschaft das Aus. In diesem Fall würde das gesamte Vereinsvermögen in die Stadtkasse fließen.

Nachdem Heinz Année aus Altersgründen zurückgetreten war, hatte sich bei den Hauptversammlungen der beiden Vorjahre niemand gefunden, der die Nachfolge des langjährigen Chefs antreten wollte. Der Verein wird seitdem vom Vize-Vorsitzenden Ulrich Quack und der Kassiererin Marianne Padberg geleitet. Die beiden bilden den geschäftsführenden Vorstand. Noch.

Laut Satzung reicht ein Vorstandsmitglied nicht

Denn Quack hatte bereits 2023 angekündigt, nicht mehr für den Führungsstab zur Verfügung zu stehen, falls sich auch in diesem Jahr kein zusätzlicher Kandidat für den Vorstand findet. Meldet sich niemand, droht „Unser Neukirchen“ die Auflösung. „Denn laut Satzung kann der eingetragene Verein nicht von einem einzigen Vorstandsmitglied vertreten werden“, sagt der ehemalige Jakobus-Apotheker.

Das wäre bedauerlich, meint Quack. Würde der mehr als 160 Mitglieder starke Verein aufgelöst, müsste künftig auf viele liebgewonnene Aktivitäten verzichtet werden. Beispielhaft nennt er das Weihnachtsbaumfest, das „Kümmern“ um die Weihnachtsbeleuchtung, die botanischen Wanderungen oder die Pflege der Blumenkästen und Willkommens-Schilder am Ortseingang. Aktuell beteiligt sich der Verein an der geplanten Boule-Bahn am Sportzentrum, im Frühjahr hatte er in der Ortsmitte den ersten, öffentlich zugänglichen Defibrillator installiert.

Die Hoffnung liegt jetzt auf der Hauptversammlung, die am Freitag um 19 Uhr im „Haus Bethlehem“ beginnt. „Für den Ort wäre es schade, wenn sich niemand für den Vorstand finden würde“, sagt Ulrich Quack, der bereit ist, einem neuen Vorsitzenden als „Vize“ mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Zusammenarbeit im Führungsstab sei gut, auch die Mitglieder des Beirats seien sehr aktiv – „eine harmonische Sache“, meint Ulrich Quack. Der Arbeitsaufwand halte sich in Grenzen. Der Verein wurde vor Jahren im Rahmen des Dorfentwicklungsplanes für Neukirchen gegründet, er war damit auch Vertreter des Orts gegenüber der Stadtverwaltung. Wird er aufgelöst, fällt das für dörfliche, ökologische und strukturelle Maßnahmen vorgesehene Vereinsvermögen an die Kommune. „So sieht es unsere Satzung vor“, sagt Quack. „Es wäre außerordentlich schade, wenn uns diese Mittel verloren gingen.“

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