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Museum in Grevenbroich bereitet Micky-Maus-Ausstellung vor

Von Mäusen und Enten als Comics : Entenhausen kommt nach Grevenbroich

Das Kulturamt und der Kunstverein bereiten sich auf Ausstellung im September vor.

Eine Karriere wie die ihre lässt manche Hollywood-Größe vor Neid erblassen, denn was Donald Duck und Mickey Maus allein auf Zelluloid erlebt haben, ist beispielhaft. Aber ebenso wie bei so manchem Held aus Fleisch und Blut gibt es ganz besonders bei den berühmten Entenhausenern Leute hinter den Kulissen, die maßgeblich für die genialen Einfälle der Comic-Figuren verantwortlich sind. In einer großen Schau werden die „Väter von Mickey und Donald“ in der Villa Erckens gewürdigt.

Denn nicht Walt Disney ist der Schöpfer. Floyd Gottfredson, Al Taliaferro und Carl Barks heißen die ursprünglichen genialen, einfallsreichen und talentierten Kreateure von Mäusen und Enten sowie deren eigenen Welten. „Es gibt ja einen ganzen Kosmos Entenhausen“, weiß Museumsleiter Thomas Wolff, der die Ausstellung betreut.

Minatur-Comicstrips werden
bei der Ausstellung gezeigt

Wolff selbst nennt einige Kisten prall gefüllter Geschichten des ewigen Pleitiers Donald, seines steinreichen Geizkragen-Onkels Dagobert und der Dauerverlobten Daisy sein eigen und freut sich auf die Vernissage im September. „Es ist ein spannendes Thema der Populärgeschichte im 20. Jahrhundert“, ordnet er die tierischen Helden ein. Wieder wird die Ausstellung möglich durch die Zusammenarbeit mit Reichelt und Brockmann sowie durch die Unterstützung des Kunstvereins.

Was tatsächlich im Erdgeschoss des Museums in dreieinhalb Räumen gezeigt wird, ist noch unklar. In Vitrinen und an den Wänden soll gezeigt werden, was die Figuren unsterblich macht, welch großes Können in den Bleistiftzeichnungen und Tuschearbeiten steckt. Frühe Bewegungsstudien beispielsweise von Donalds Neffen ebenso wie eines gewissen „Scrooge McDuck“, hierzulande unter dem onkelhaften Namen „Dagobert“ bekannt, markieren wichtige Entwicklungsphasen und sind unter anderem als sogenannte Vorzeichnungen vertreten. Auch eine Vielzahl Minatur-Comicstrips als täglicher Beitrag in damaligen Zeitungen wird gezeigt. Doch Entenhausen bevölkern nicht nur besagte Maus mit der hübschen Minnie nebst den Neffen Mack und Muck, Entenhausen sind auch Helferlein und Daniel Düsentrieb, der „alles mögliche erfindet, sich aber nicht die Schuhe zubinden kann“, wie Thomas Wolff sagt, oder Gustav Gans. Sie alle sind Geschöpfe von Carl Barks, der mit seiner Art zu zeichnen und zu gestalten die Figuren revolutionierte und per Strich und Farbe unfassbare Geschichten zu erzählen verstand. Ebenso wie sein Mit-Donald-Vater Al Taliaferro, dessen Lebenswerk der Pleite-Erpel war, und dessen letzter Donald-Comic 13 Tage nach seinem Tod 1969 publiziert wurde, blieb er lange hinter Geschäftsmann und Visionär Walt Disney verborgen.