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Grevenbroich: "Käfer-Allee" soll zwei Dörfer verbinden

Schöne Idee aus Gustorf und Gindorf : Gustorf und Gindorf sollen aufblühen

Gerd Cremer plant, die beiden Dörfer mit einem bienenfreundlichen Streifen zu verbinden.

. Der endgültige Name für das Projekt ist noch nicht ausgewählt worden. Zurzeit steht es unter dem Arbeitstitel „Käfer-Allee“, der das Vorhaben aber schon treffend umschreibt. Unterhalb der Landstraße 116, auf einer Länge von etwa anderthalb Kilometern, soll ein großer Blühstreifen angelegt werden. Nicht nur zur Verschönerung des Ortsrandes von Gustorf und Gindorf, sondern vor allem auch, um einen Pflock gegen das Insektensterben einzuschlagen.

Initiator der Aktion ist Gerd Cremer (61), seit mehr als drei Jahrzehnten Chef des dritten Jägerzuges in Gustorf. Der bestens vernetzte Bürgerschütze will nun möglichst viele Akteure aus den beiden Dörfern gewinnen, damit das Projekt „Käfer-Allee“ zum Erfolg wird. „Es wäre schön, wenn alle großen und kleinen Vereine, die Kitas und die Grundschule, die Feuerwehr, die Sportler, die Landwirte und das Seniorenstift mitmachen würden“, sagt Cremer. Von vielen hat er schon Zusagen erhalten.

Der Plan des RWE-Vorruheständlers und Naturfreunds: Am Sockel der L 116 – zwischen dem Kreisverkehr und der Halle des Bauern Bremer – soll ein etwa zwei Meter breiter, insgesamt rund 2500 Quadratmeter großer Blühstreifen angelegt werden. Fachkundige Unterstützung hat sich Gerd Cremer bereits bei Norbert Wolf und Ralf Dietrich vom Umweltzentrum Schneckenhaus eingeholt. Die Experten haben ihm eine spezielle Saatmischung empfohlen. „Mit typischen Arten, die an die Bedingungen der Region angepasst sind – also nichts, was nach einem Jahr wieder verschwindet“, sagt der 61-Jährige.

Etwa 95 Prozent der künftigen „Käfer-Allee“ ist in städtischem Besitz, die Genehmigung zur Einsaat hat sich Cremer bereits im Rathaus eingeholt. Der Rest gehört dem Unternehmen RWE, mit dem der Gindorfer in Kürze in Kontakt treten wird. Im Herbst soll dann gesät werden – unter Beteiligung aller, die sich dem Projekt anschließen wollen. Die Kosten für das Saatgut sollen durch Spenden gedeckt werden, dafür wurde ein Sonderkonto bei der Volksbank Erft eingerichtet.

Bei der Einsaat soll es nicht bleiben. Im kommenden Frühjahr wird nachgesät – und: „Es sollen Ansitzstangen für Greifvögel installiert und Totholzstämme ausgelegt werden, als Verstecke für Igel und Lebensraum für Käfer“, schildert Gerd Cremer. Neben Insekten-Hotels könnten auch Info-Tafeln aufgestellt werden, die über Blumen und Bienen aufklären. „Kindergärten könnten künftig den Blühstreifen besuchen, und auch unsere Grundschule hätte Anschauungs-Unterricht gleich vor der Haustüre“, berichtet Cremer. „Live ist allemal besser als aus dem Internet.“ Mit dem Projekt könnten die beiden Orte im nächsten Jahr zum Gartenschau-Jubiläum mit einem blühenden Ortsrand aufwarten. Der sei ganz sicher auch ein Hingucker für die vielen Gäste, die im Mai 2021 zum Bundesköniginnentag in Gindorf erwartet werden. Und noch ein schöner Nebeneffekt: „Durch eine solche Aktion kommen sich die Dörfer noch etwas näher“, sagt Cremer.