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Grevenbroich: Ärger wegen Parkplatz-Markierungen in Hemmerden

Hemmerdener Kirchplatz in Grevenbroich : Keine Parkplatzmarkierungen auf Kirchplatz

Nach Protesten von Vereinen und Bürgern wird der Beschluss des Rates nicht umgesetzt.

. Die Baustelle war schon vorbereitet worden. Die Arbeiten sollten am Donnerstag beginnen. Doch aus der geplanten Parkplatz-Markierung auf dem Kirchplatz in Hemmerden wird nichts. Der Erste Beigeordnete Michael Heesch hat das Vorhaben kurzerhand abgeblasen – und damit einen Beschluss des Stadtrates auf Eis gelegt. Nachdem die Orts-Vereine deutlich gemacht hatten, dass sie von den „Pflastermalereien“ auf dem Platz gar nichts halten, wurde die beauftragte Firma von heute auf morgen abbestellt.

Der Bauausschuss hatte sich im März 2018 einstimmig für die Markierungen auf dem Platz im Schatten der Sankt-Mauri-Kirche ausgesprochen. Die Politiker folgten damit einer Anregung der Stadtverwaltung. Sie hatte die Fraktionen darauf hingewiesen, dass im Rahmen von Bürgersprechstunden wiederholt auf die „unbefriedigende Parksituation“ aufmerksam gemacht worden sei. Vor diesem Hintergrund schlug der Technische Beigeordnete Florian Herpel dem Ausschuss vor, insgesamt 24 Stellflächen zu markieren und den Kirchplatz mit einer Zu- und Ausfahrt im Einbahnstraßensystem auszurüsten. Das Fachgremium folgte diesem Vorschlag, später gab auch der Rat sein Okay. Doch die Politiker hatten ihre Rechnung ohne die örtlichen Vereine gemacht.

 Die nicht ganz unumstrittene Einbahnstraßenregelung trat bereits im Juni 2018 in Kraft.   Foto: wilp
Die nicht ganz unumstrittene Einbahnstraßenregelung trat bereits im Juni 2018 in Kraft. Foto: wilp Foto: Wiljo Piel/Wiljo PIel

Die Einbahnstraßenregelung ist bereits im Vorjahr in Kraft getreten – doch als nun die Vorbereitungen für die Markierungsarbeiten starten sollten, regte sich der Unmut im Ort. „Und zwar heftig“, sagt Michael Heesch. „Es gab massive Proteste – unter anderem deswegen, weil fünf Parkplätze durch die Markierungen weggefallen wären.“ Um es „weder zu Konfrontation noch zu Eskalation“ kommen zu lassen, hat er die Arbeiten abgesagt.

Kirchplatz ist Veranstaltungsort
für viele Feste des Jahres

Interveniert hatten auch die örtlichen Ratsvertreter Christoph Schiffer (CDU) und Ludwig Jedrowiak (SPD), die überrascht waren vom „Markierungs-Beschluss“ – offensichtlich hatte da etwas nicht mit der Kommunikation innerhalb der beiden Fraktionen funktioniert. Schon die Einbahnstraße sei auf das Missfallen vieler Hemmerdener gestoßen, sagt Jedrowiak. „Wären jetzt auch noch Stellflächen weggefallen, wäre der Ärger noch größer geworden, gerade wegen der angespannten Parkplatzsituation im Ort.“

Die Vereine sind über eine Whatsapp-Gruppe bestens vernetzt. Die Smartphones glühten, als die ersten Schilder die Markierungsarbeiten auf dem Kirchplatz ankündigten. Von den Schützen bis hin zu den Karnevalisten herrschte die einhellige Meinung: Das geht nun mal gar nicht. „Nicht nur wegen der wegfallenden Stellplätze“, sagt Ralf Lapp vom Dorfgestaltungsverein. „Die ,Pflastermalereien’ hätten auch optisch nicht gepasst.“ Schließlich ist der Kirchplatz nicht nur Parkplatz, sondern auch Veranstaltungsort für viele Feste innerhalb des Jahres.

Die Vereine haben nun die zuvor etwas unordentlich positionierten Blumenkübel, die das Gelände schmücken, mit Hilfe eines Gabelstaplers neu angeordnet, so dass der Platz insgesamt etwas tiefer und aufgeräumter wirkt. Das sieht gut aus und erfüllt seinen Zweck. Auch Bürgermeister Klaus Krützen hat angeblich aus dem Urlaub heraus die Aktion des Ersten Beigeordneten befürwortet.