Nordrhein-Westfalen: Polizei geht mit großer Razzia gegen organisierte Kriminalität in NRW vor

Nordrhein-Westfalen : Polizei geht mit großer Razzia gegen organisierte Kriminalität in NRW vor

Wuppertal/Krefeld. Spezialeinheiten von Zoll und Polizei sind am Dienstagmorgen in NRW mit einer Großrazzia gegen organisierte Schwarzarbeit und Kriminalität im Baugewerbe vorgegangen.

Ein Sprecher des Hauptzollamts Krefeld berichtete von mehreren Zugriffen. Genauere Details nannte er zunächst nicht, um 14 Uhr findet eine offizielle Pressekonferenz der Hauptzollamts Krefeld zu der Razzia statt. Die Aktion ist seit längerer Zeit geplant gewesen.

Foto: Christoph Reichwein

Die Razzien fanden laut verschiedenen Medienberichten in vielen NRW-Städten statt, zum Beispiel auch in Wuppertal, Düsseldorf und in Erkrath. Wie die Staatsanwaltschaft Wuppertal bestätigte sind im gesamten Land über tausend Einsatzkräfte der Polizei unterwegs. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ist in Zusammenarbeit mit dem Hauptzollamt Krefeld federführend bei der Aktion.

Beamte des Zolls führen eine festgenommene Person ab. Foto: Christoph Reichwein

In Erkrath seien Wohn- und Geschäftsräume durchsucht worden. Auch Spezialeinsatzkommandos des Zolls seien ausgerückt. Es habe mindestens zwei Festnahmen gegeben, berichtet die Rheinische Post. Dabei soll es sich um einen Mann und eine Frau handeln. Die Eliteeinheit der Bundespolizei, die GSG 9, war nach dpa-Informationen ebenfalls "unterstützend beteiligt". Im Vorfeld habe es rund zehn Haftbefehle gegeben. Für die Aktion wurde die Sonderkommission "SoKo Moses" eingerichtet. Es soll sich zudem um die größte Razzia dieser Art in der Landesgeschichte handeln.

Durch organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe entstünden Millionenschäden, sagte der Hauptzollamts-Sprecher in Krefeld. Vor zwei Jahren war in Hessen ein Ring aus Schwarzarbeitsfirmen aufgeflogen, der jahrelang Steuern und Sozialabgaben in Millionenhöhe hinterzogen haben soll. Auch im Münsterland war der Zoll Anfang 2016 in einer Razzia gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe vorgegangen. 2015 hatte es wegen der illegalen Beschäftigung von Arbeiterkolonnen eine internationale Razzia in Deutschland, Italien und den Niederlanden gegeben

Schon am Montag hatte es in Nordrhein-Westfalen eine Großrazzia mit zahlreichen Festnahmen gegeben. Dabei war es um eine international tätige Autohehlerbande gegangen, die in NRW mindestens 47 zuvor in Deutschland, Belgien und Frankreich gestohlene Wagen verkauft haben soll. dpa/red/AFP